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Bild von den Proben zu La lumière de l´ombre, das Licht des Schattens, ein Ballett von Orkan Dann. Foto: theater/tamme
Bild von den Proben zu La lumière de l´ombre, das Licht des Schattens, ein Ballett von Orkan Dann. Foto: theater/tamme

Premiere für den Ballettabend „Flügelschlag — von Schatten und Engeln“

lz Lüneburg. Die Ballettabende im Theater Lüneburg garantieren Überraschungen, und die fielen in jüngster Zeit sehr positiv aus. Für Freitag, 20.Mai, hat Ballettdirektor Olaf Schmidt einen Gast-Choreographen mit ins Boot geholt: Orkan Dann wird den ersten Teil des Abends „Flügelschlag — von Schatten und Engeln“ gestalten. Die Premiere beginnt um 20 Uhr, es gibt noch Karten.

Engel — mit der Vorstellung verbinden sich Sehnsüchte, Hoffnungen, Ängste, Trost und Schutz. Manchmal gehe es um triviale irdische Belange, ein anderes Mal stehe das gesamte Weltgefüge auf dem Spiel, heißt es in der Ankündigung des Theaters. „Engel kommen einfach und setzen den Menschen Ideen in den Kopf, und die Menschen sind dann mächtig stolz, weil sie glauben, es sind ihre eigenen.“ So heißt es in „The Bishops Wife“, einem Roman von Robert Nathan, der 1947 als Liebesfilm mit Cary Grant und Loretta Young berühmt wurde (zu deutsch „Jede Frau braucht einen Engel“). Dass die Aufgaben der Engel vielfältig sind und nicht immer leicht zu erfüllen, davon wird der neue Tanzabend des Theaters handeln.

Gastchoreograph Orkan Dann, 1983 in Celle geboren, kam 2003 in John Neumeiers Hamburg Ballett. Er tanzte Solopartien, interessierte sich aber auch früh für die Choreographie. Unter dem Titel „La lumière de lombre“ (das Licht des Schattens) hat er sich von folgenden Grundfragen leiten lassen: Was ist menschlich, was übersinnlich? Wann handeln wir selbstbestimmt, und wann wird unser Handeln unsichtbar gelenkt? Die Musik stammt von Philip Glass und Ólafur Arnalds.

Den zweiten und dritten Teil des Abends steuert Ballettdirektor Olaf Schmidt bei. In seiner Choreographie „Cantus“ zu Musik von Arvo Pärt erzählt er anhand eines Weihnachtsbriefes eines im Stalingrader Kessel eingeschlossenen Soldaten von Engeln als Tröster und Todesboten. Der dritte Teil heißt „Flügelschlag“. Die Bewegungen eines solchen Flügelschlags können Trost und Hoffnung geben, so Schmidt, wenn die Wirklichkeit des Lebens uns besiegen will. Zu Musik von Vivaldi und Bach zeigt Schmidt verschiedene Rollen, die Engel im Leben eines Menschen einnehmen.

Es tanzt das Lüneburger Ballettensemble mit Giselle Poncet, Claudia Rietschel, Mara Sauskat, Harumi Washiyama, Anibal dos Santos, Francesc Fernández Marsal, Wallace Jones, Phong Le Thanh und Matthew Sly. Als Gast ist zudem Júlia Cortés zu erleben, die ab der Spielzeit 2016/17 festes Ensemblemitglied sein wird. Für das Bühnenbild zeichnet Barbara Bloch verantwortlich. Die Kostüme kreiert Frauke Ollmann.

Bis zum 23. Juni stehen vier Vorstellungen auf dem Spielplan. Die Produktion wird in der Spielzeit 2016/17 wiederaufgenommen.