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Tobias G. Sommer präsentiert junge und alte Gesichter aus China und Tibet. Porträts stehen im Mittelpunkt, andere Arbeiten drehen sich um Architekturen und urbane Landschaften. Die Bilder beschreiben Menschen, deren Lebensumfeld sich in den letzten Jahrhunderten kaum gewandelt hat, und Zeitgenossen, die vom schnellen Wandel der Gegenwart geprägt sind. Foto: ff
Tobias G. Sommer präsentiert junge und alte Gesichter aus China und Tibet. Porträts stehen im Mittelpunkt, andere Arbeiten drehen sich um Architekturen und urbane Landschaften. Die Bilder beschreiben Menschen, deren Lebensumfeld sich in den letzten Jahrhunderten kaum gewandelt hat, und Zeitgenossen, die vom schnellen Wandel der Gegenwart geprägt sind. Foto: ff

Fotograf Tobias G. Sommer zeigt „Gesichter Asiens“

ff Lüneburg. Eine junge Frau sitzt konzentriert vor dem Spiegel und schminkt sich in der Garderobe für ihren Auftritt bei der Aufführung einer Oper. Eine von Wind und Wetter gegerbte Dame lächelt verschmitzt in die Kamera — ein Grinsen aus tausend Fältchen, und das Alter ist beim besten Willen nicht zu schätzen. Zwei „Gesichter Asiens“, so hat der Lüneburger Fotograf Tobias G. Sommer seine Ausstellung genannt, die bis 30. Juni auf zwei Ebenen des Wasserturms zu sehen ist.

Die Bilder entstanden in China und in Tibet, zeigen Menschen zwischen Tradition und Moderne, in den farbenfrohen Kleidern ihres Dorfes oder im coolen Design des 21. Jahrhunderts. Tobias G. Sommer fotografierte Reisende auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und Wanderer auf den Hochebenen Tibets — „in 3000 Metern Höhe ist die Luft unheimlich klar und die Farben leuchten“, so der Fotograf.

Generell hat er Wert auf die Strahlkraft der Bilder gelegt, die Szenarien aber nicht nachträglich verändert, dafür oft mit geringer Tiefenschärfe gearbeitet, um das zentrale Motiv zu betonen — das Davor und das Dahinter verschwimmen. Im Mittelpunkt steht das Porträt, der skeptisch-neugierige Blick eines kleinen Jungen etwa, der sich vorsichtshalber bei seiner Mutter festhält, aber auch die Aufmerksamkeit zu genießen scheint: „Mit den Menschen muss man sich zunächst viel Zeit lassen — und dann mit der Kamera schnell sein“, erzählt Sommer. Die Fotos entstanden mit Einwilligung der Asiaten, nur in manchen Fällen, bei einer Versammlung tibetischer Mönche beispielsweise, schoss der Fotograf — im wahrsten Sinne des Wortes — aus der Hüfte.

Eine zweite Präsentation rundet die Ausstellung ab: historische Lüneburger Fassaden, das Alte Kaufhaus etwa, das Rathaus, die IHK. Hier aber hat der Fotograf erkennbar eingegriffen, die Farben des Gemäuers gemildert, die Türen dagegen betont, die moderne Ausstattung der Häuser wurde per Computer herausgenommen. Ohne Klingeln, Namensschilder und Schriftzüge zeigen die Gebäude nun ihre alte Substanz — Gesichter Lüneburgs.