Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Natascha Wahls Romandebüt
Ein Laptop und eine bequeme Unterlage, mehr braucht Natascha Wahl für die Arbeit an ihren Romanen nicht. Auf Konzepte, Pläne und Entwürfe verzichtete die Autorin, sie schreibt  mit Erfolg  einfach drauflos. Foto: ff
Ein Laptop und eine bequeme Unterlage, mehr braucht Natascha Wahl für die Arbeit an ihren Romanen nicht. Auf Konzepte, Pläne und Entwürfe verzichtete die Autorin, sie schreibt mit Erfolg einfach drauflos. Foto: ff

Natascha Wahls Romandebüt

ff Lüneburg. Ursprünglich war die Schriftstellerei als Plan B gedacht. Natascha Wahl verstand sich eigentlich eher als Musikerin. Davon zeugen Tonstudio-Aufnahmen, Coversongs und eigene Kompositionen, die sich an der keltischen Folklore orientieren. Doch jetzt ist der erste Roman auf dem Markt: „Laterne im Schneesturm“, ein Thriller. Und für das nächste Buch gibt es bereits einen Abgabetermin.

„Zehn Jahre habe ich, immer wenn gerade Zeit war, daran geschrieben“, erzählt die Autorin — einen Verlag zu finden, das ging schneller. Die großen Häuser lehnten ihr Exposé zwar ab, was die 35-Jährige angesichts der Manuskripte-Stapel auf dem Buchmarkt nicht wirklich überraschte. Die Edition Ecrilis aber schlug zu. „Laterne im Schneesturm“, 329 Seiten, 9,99 Euro, erschien im März. „Und die Reaktionen im Internet sind wirklich ermutigend“, sagt Natascha Wahl.

Die Autorin, gelernte Ernährungsberaterin, wohnt in einer Ecke von Kaltenmoor, die sie selbst als „Problembezirk“ bezeichnet. Der Thriller spielt in Baltimore, das ist noch einmal ein ganz anderes Pflaster, „das ist laut Statistik die gefährlichste Stadt der USA. Da gibt es also in meinem Buch keine autobiographischen Elemente.“

Die Lüneburgerin handelt demnach auch nicht mit Leichenteilen. Darum geht es in der Geschichte, Natascha Wahl bezeichnet sie als „Romantic Suspense“, oder auch als „Ladythriller“. Konkret: Die Ärztin Julie kommt von einer Irlandreise zurück, will Räume für eine eigene Praxis suchen und Benjamin vergessen, ihren untreuen Ex. Der Makler allerdings ist Benjamin, dumm gelaufen. Dafür lernt sie Spencer kennen, einen deutlich jüngeren, nicht besonders erfolgreichen Eigenbrötler, von dem sich Julie dennoch angezogen fühlt. Benjamin wiederum erweist sich zunehmend als Problem; er gehört offensichtlich einem skrupellosen Syndikat an, das menschliche Körperteile besorgt und verkauft.

Die Ärztin und der Underdog — „ich habe ein Faible für Beziehungen zwischen Menschen, die völlig unterschiedlicher Herkunft sind, und dennoch eine Seelenverwandtschaft spüren“, sagt Natascha Wahl. So ist dann auch Roman Nummer zwei konzipiert, da trifft der Pastor eines niedersächsischen Dorfes auf eine Prostituierte, die augenscheinlich eine Mörderin ist.

Die Autorin hält sich nicht groß mit Entwürfen auf, sie schreibt einfach drauflos, und das hat bisher ganz gut funktioniert. Dafür hat sich die alleinerziehende Mutter feste Zeiten zum Schreiben verordnet: wochentags zwischen acht bis zwölf Uhr, wenn Babette (15), Jakob (11) und Júlie (3) in der Schule beziehungsweise im Kindergarten sind. Der Abgabetermin für das neue Manuskript rückt zügig näher, es fehlen noch mindestens hundert Seiten, aber die Autorin bleibt gelassen: „Ich brauche den Zeitdruck einfach.“