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Zwei von 55: Frieder Moßmann (links) und Albrecht Felgentraeger sind Musikfreunde. Foto: Gerald Wesolowski
Zwei von 55: Frieder Moßmann (links) und Albrecht Felgentraeger sind Musikfreunde. Foto: Gerald Wesolowski

Das Orchester der Musikfreunde feiert 50. Geburtstag

oc Lüneburg. Einerseits, sagt Lothar Nierenz, hat sich das Orchester verjüngt. Andererseits sind auch Musiker dabei, die eine 8 vorn haben, und am längsten dabei ist Karin Bacmeister, nämlich von Beginn an. Das Orchester der Musikfreunde ist ein besonderes, „wir sind ein Bürgerorchester“, sagt Dirigent Nierenz — und jetzt wird der 50. Geburtstag gefeiert. Natürlich mit einem Konzert.

Immer gibt es Menschen, die so gut wie gern Geige, Cello oder Flöte spielen, die ihre Musik mit Passion, aber nicht als Profession betreiben. Sie haben einen Ort in diesem Orchester. Viele Mediziner und viele Lehrer hat Lothar Nierenz bei den Proben vor sich, und niemand wird ausgegrenzt. Das ist seit Beginn ein Wesensmerkmal des Orchesters, und ein weiteres ist die Begeisterung und Freude, mit der die heute rund 55 Musiker zu Werke gehen. Das überträgt sich bei den Konzerten. So wird es am Sonntag, 6. Juni, sein.

Angefangen hat es als Orchester der Volkshochschule. Gründer war Gottfried Küntzel, Musikprofessor an der Pädagogischen Hochschule — mit Unterstützung seiner Frau Margrit Küntzel-Hansen. Dr. Dörte Haftendorn, seit gut vier Jahrzehnten dabei, hat eine kleine Chronik verfasst und errechnet, selbst rund 250 Werke mit dem Orchester aufgeführt zu haben. Es gibt da viel zu erzählen, über Musik, aber auch über Ballett, Puppen- und Schattenspiel und andere Ideen für ungewöhnliche Kooperationen.

Küntzel blieb bis 1990, da hatte das Orchester seinen heutigen Namen und zur eigenen Trägerschaft gefunden. Über Regina Ewe, Tobias Gravenhorst und ab 1998 Birke Licht kam das Orchester 2005 in die leitenden Hände von Lothar Nierenz. Eine passende Wahl, zumal Nierenz als stellvertretender Leiter der Musikschule den Kontakt zum Nachwuchs hat — und zu vielen weiteren Musikern, die nun als Aushilfen und Unterstützer bei der Einstudierung über Klippen hinweghelfen.

„So viel Geduld in einer Person“, lobt Flötistin und Vorstand Petra Kalusa den Dirigenten, „jeder wird bei seinen Fähigkeiten abgeholt, es gibt kein Gerangel.“ Nierenz, von Haus aus Geiger, gibt die Komplimente zurück: „Ich lerne selbst ganz viel bei den Proben.“

Aus dem reinen Streichorchester ist in jüngster Zeit ein sinfonisches geworden. Es sei nicht leicht, für diese große Besetzung Literatur zu finden, die für Laien geeignet ist, sagt Nierenz. Also wird einiges gewagt und meistens viel gewonnen.

Meistens tritt das Musikfreundeorchester in der Musikschule auf. Zum 50. Geburtstag geht es ins Theater, und der große Saal wird am Sonntag, 5. Juni, um 19 Uhr gut gefüllt sein, trotz des Überangebots an Musik an diesem ersten Juni-Wochenende. Zwei große Werke sind vorbereitet, die achte Sinfonie von Anton Dvorak und Mozarts Klavierkonzert d-Moll (KV 466). Solistin ist — nicht zum ersten Mal bei den Musikfreunden — Eva Pankoke. Die Pianistin war mehrfache Preisträgerin, arbeitete als Korrepetitorin und Bühnenpianistin, unter anderem bei den Burgfestspielen Jagsthausen, und übernahm die musikalische Leitung bei Musiktheater-Projekten. Eva Pankoke spielt in mehreren Ensembles und ist seit 1997 auch als Klavierpädagogin, Chorleiterin und Musikpädagogin tätig.

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Aber Lothar Nierenz empfiehlt, Platzkarten zu reservieren. Das sei über die Homepage des Orchesters möglich: www.musikfreunde-Lüneburg.de.