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Eine Szene aus Sterntaler und Rabenhexe: Für die Vorstellung am 19. Juni gibt es Freikarten. Foto: theater/tamme
Eine Szene aus Sterntaler und Rabenhexe: Für die Vorstellung am 19. Juni gibt es Freikarten. Foto: theater/tamme

T.3 erwartet den 100.000. Besucher

ff Lüneburg. Hundert mal hundert, das war der Plan: Zehntausend Besucher in insgesamt rund hundert Aufführungen sollte das T.3, also das Kinder- und Jugendtheater, pro Saison anlocken. So war es von den Geldgebern des Landes Niedersachsen anvisiert, als die neue Sparte des Lüneburger Theaters angeschoben wurde. Ein sportliches Ziel, „da haben wir erst mal ziemlich geseufzt“, erinnert sich T.3-Leiterin Sabine Bahnsen. Tatsächlich wurde die Zehntausender-Hürde jedes Jahr locker übersprungen. Für eine Aufführung werden nun Karten verschenkt, es gibt etwas zu feiern.

Erwartet wird der 100.000. Besucher seit T.3-Eröffnung im Oktober 2009. Was die Theatermacher besonders freut: Es geht kontinuierlich aufwärts. Die aktuelle, noch nicht abgeschlossene Saison verzeichnet schon jetzt die Bestmarke von 16307 Besuchern, das entspricht einer Auslastung von gut 87 Prozent. Das ist — auch — der „Schneekönigin“ zu verdanken, die aktuelle Ballett-Produktion nach einem Märchen von Hans Christian Andersen ist mit 2536 Zuschauern der Spitzenreiter aller Spielzeiten, gefolgt von dem Schauspiel „Die Welle“ und dem Musical „Fame“ (2014/15). Dass manche Stücke für die Kleinen nicht so großartig besucht sind, und die Reihen große Lücken haben — dieser Eindruck täuscht: Auch bei ausverkauften Stücken brauchen Grundschulkinder einfach nicht so viel Platz auf den durchgehenden Bänken wie die Erwachsenen.

Schauspiel, Musiktheater, Ballett — Sabine Bahnsen blickt längst auf die nächste Spielzeit, „natürlich achten wir darauf, aktuelle Themen auf die Bühne zu bringen“. Beispiel: „Der Junge mit dem Koffer“, die Geschichte eines Flüchtlings, der von den Eltern allein auf die Reise geschickt wird, weil die Schlepperbande zu viel Geld kassiert. Eine andere Produktion — „Die Prinzessin und der Pierre“ — dreht sich um Leistungsdruck in der Schule. „Und dann“, so Bahnsen, „gönne ich mir zwei Stücke, die einfach Spaß machen“. Das ist einmal der „Cyrano“ (de Bergerac), eine spannend-romantische Mantel-und-Degen-Geschichte, und dann „Aprikosenzeit“, ein Zwergen-Märchen für alle ab fünf Jahren.

Kinder- und Jugendtheater hat sich gewandelt über die Jahre. Das gilt für die Produktionen, in denen die Teenager selbst spielen, wie für jene Produktionen, in denen Profis auf der Bühne stehen. Es ist lauter, härter und schneller geworden, den Sehgewohnheiten der Zuschauer angepasst — „obwohl es da immer auch Gegenbeispiele gibt“, so Bahnsen, „ich achte immer darauf, dass auch poetische, lyrische Elemente dabei sind“. Vor allem aber, das zeigen die Branchen-Festivals, geht der Trend zur Performance, zur Collage, zu Brüchen und Perspektivwechseln, weniger zur durcherzählten Storys.

Wie auch immer: Am Sonntag, 19. Juni, 17 Uhr, wird noch einmal „Sterntaler & Rabenhexe“ gespielt, diese Karten verschenkt das Theater. Wer ein oder zwei Tickets haben möchte, meldet sich an der Theaterkasse.

Zwei, die weitermachen

Im T.3 groß geworden und jetzt auf dem Weg, Schauspiel zum Beruf zu machen: Marie Oelkers (20) und Calvin-Noel Auer (20) sind inzwischen dabei, bei verschiedenen Schauspielschulen in ganz Deutschland vorzusprechen. Beide waren quasi seit der Gründung des T.3 dabei und vier Jahre lang Mitglieder im Theaterjugendclub, mit dem sie unter anderem „Nichts. Was im Leben etwas bedeutet“ (2012) und „Wie es euch gefällt“ (2014) auf die Bühne brachten.

6910435Marie Oelkers studiert mittlerweile Englisch und Französisch in Hamburg und hat inzwischen bereits Erfahrung beim Vorsprechen.

6910559Calvin-Noel Auer hat zusätzlich zu seiner Jugendclub-Erfahrung bereits eine kleine Karriere als Musical-Darsteller im T.3 hinter sich, er war beispielsweise in „Fame“ (2014) und „Fast normal“ (2015) zu sehen — und dieses Jahr sogar im Großen Haus an der Seite des Ensembles als „Davison“ in „Maria Stuart“. In der laufenden Spielzeit macht er ein Jahrespraktikum am Theater und hat mit dem Vorsprechen begonnen. avm/F.: theater