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Graffiti war das Thema der Kunstschule Ikarus, mit dabei waren unter anderem (v.l.) Praktikantin Iman Bahrami, Damian Pchalek, Dozentin Friederike Seneberg und Alina Pchalek. Foto: t&w
Graffiti war das Thema der Kunstschule Ikarus, mit dabei waren unter anderem (v.l.) Praktikantin Iman Bahrami, Damian Pchalek, Dozentin Friederike Seneberg und Alina Pchalek. Foto: t&w

Kunstschule Ikarus fliegt weiter

oc Lüneburg. Es war kein ganz leichter Um- und Aufstieg für die Kunstschule Ikarus vom Keller an der alten Musikschule ins Obergeschoss der KulturBäckerei. „Mittlerweile laufen unsere Kurse stabil“, sagt Margaretha Stumpenhusen. Sie ist die Vorsitzende von Ikarus e.V. und hat die Prozesse alle mitgetragen und forciert. Parallel zum landesweiten Kunstschultag am Wochenende hat Ikarus das neue Halbjahresprogramm vorgelegt, und Kunst wurde natürlich auch gemacht an der Dorette-von-Stern-Straße.

Der neue Ort mit den viel besseren Möglichkeiten musste sich erst etablieren — und muss es ein wenig noch immer. Die Erreichbarkeit ist eine andere als bei den Räumen an der Fußgängerzone, wo das Parken schlechter war, die Busanbindung aber besser und das Integrieren von Kursen der Kinder mit Besorgungen der Eltern in der Innenstadt leichter. Was aber allen Anbietern vom Sport bis zur Kultur wirklich zu schaffen macht, das ist die Ganztagsschule. Kindern und Jugendlichen bleibt sehr wenig Zeit und Kraft für außerschulische Projekte. Das spürt auch Ikarus. Kurse in der Woche sind bei weitem nicht so gut belegt wie Angebote an Wochenenden und in den Ferien.

Es braucht also Ideen. Eine heißt: Kooperationen. Die Lebenshilfe ist regelmäßig zu Gast bei Ikarus in der KulturBäckerei. Projekte mit dem Museum, der Halle für Kunst und der Volkshochschule fallen ebenfalls in diesen Bereich. Eine weitere Idee, die sehr gut läuft, trägt in diesem Jahr den Titel „Land voraus“ und richtet sich an Grundschulen. Anke Gruss arbeitet mit Grundschülern im Wald an sensiblen Kunst-Natur-Werken. Zum zweiten Mal war Anke Gruss gerade in der Grundschule Radbruch. Schulen in Winsen, Wriedel, Westerweyhe und anderswo buchten das Programm.

Ikarus, 1998 als gemeinnütziger Verein gegründet, definiert seine Zielgruppen breiter: „Wir verlagern uns ein wenig in Richtung Erwachsenenbildung“, sagt Margaretha Stumpenhusen. Die Weiterbildung zur Fachkraft Ästhetische Bildung zielt vor allem auf ErzieherInnen. Angebote gibt es auch für Lehrkräfte, die Kunst nicht studiert haben, das Fach aber unterrichten. Zum Dozententeam von Ikarus zählen mehrere Lehrerinnen, angefangen bei der Vorsitzenden.

Der Fokus aber bleibt bei jungen Teilnehmern, ob es um das Malen von Musik oder von Tieren geht, um Comics oder Medienkunst, um das Arbeiten mit Holz oder um den Linoldruck. Weiter drehen sich auch die Ballettkurse von Petra Müschen oder das Angebot für Jugendliche zur Mappenvorbereitung. Ein Kursus allerdings fand aus unerklärlichem Grund nicht den Weg ins neue Programmheft: „Strandgut“. Er richtet sich an Kinder ab vier Jahren, die mit Maria Smith aus Gefundenem, fast schon Weggeworfenem oder Gesammeltem etwas Neues bauen.

Gut gebucht sind die Kurse in den kommenden Sommerferien. Es gibt aber noch freie Plätze. Zum Beispiel beim Workshop „Trickfilm-Experimente“ für Kinder ab sechs Jahren mit Yule von Hertell (27. Juni bis 1. Juli). „Buchkinder“ zwischen fünf und zehn Jahren bauen sich vom 18. bis 22. Juli mit Jorid Müller ein künstlerisch gestaltetes Buch. Und ein freies Programm zum Spielen, Forschen, Entdecken und Erfinden mit verschiedensten Materialien bietet Igor Frank vom 4. bis 9. Juli. Näheres zu Ablauf und Kosten unter www.kunstschule-ikarus.de.

Es gibt noch einen Ikarus-Sommerferientermin. Dozenten und Kursteilnehmer zeigen vom 2. bis 17. Juli ihre „Welten“ in der KulturBäckerei. Eröffnung: Sonnabend, 2. Juli, 12 Uhr.