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Katja Stoppa (links) bleibt Dramaturgin fürs Schauspiel, künftig verantwortlich in Senftenberg. Doris Pfeiffer klappt das Kapitel Theater zu  nach 42 Jahren. Fotos: a/t&w (4), a/ff (2), nh
Katja Stoppa (links) bleibt Dramaturgin fürs Schauspiel, künftig verantwortlich in Senftenberg. Doris Pfeiffer klappt das Kapitel Theater zu nach 42 Jahren. Fotos: a/t&w (4), a/ff (2), nh

Personalwechsel am Theater Lüneburg

oc Lüneburg. Einmal heute noch „Krull“, zweimal Tanz im T.3, zweimal Balladen im T.NT, Sonnabend ein Konzert im Kurpark und schließlich ein galoppierendes „Rössl“ am Sonntagnachmittag, dann fällt der Vorhang, sind die Türen dicht im Theater. Ferien! Und nur ein Pflichttermin steht für die meisten Mitarbeiter und Künstler im Kalender: 11. August. Da ist Probenbeginn. Wie in jedem Jahr ist zum Spielzeitende der Wechsel wieder die bekannte Konstante. Das trifft in diesem Jahr ziemlich viele Mitarbeiter, einige wechseln das Haus, einige ins Unbekannte, einige gehen in Rente. Eine Mitarbeiterin brachte es auf 42 Jahre am Haus.

Chordierektorin Deborah Coombe hat künftig wieder Zeit fürs Cello.
Chordierektorin Deborah Coombe hat künftig wieder Zeit fürs Cello.

Nach ihrer letzten Premiere am Theater Lüneburg bekam Doris Pfeiffer am vergangenen Wochenende Blumen von ihrer ersten Chefin, von Edith Barna-Roylands, wie die Ballettmeisterin heute heißt. Damals also, 1974 kam die Wiener Tänzerin Doris Pfeiffer nach Lüneburg, sie tanzte auch im „Weißen Rössl“, das nun an ihrem letzten Arbeitstag auf dem Plan steht. Natürlich nicht mehr als Tänzerin: Nach zwölf Jahren, das war 1986, bekam die Ballerina Blumen vom damaligen Intendanten Thomas Bayer und eine neue Aufgabe: Inspizientin des Musiktheaters, ein Posten zwischen Kunst und Technik. Seither sorgte sie hinter den Kulissen besonnen und ruhig für einen geschmeidigen Ablauf von ungezählten Aufführungen.

Vom Lüneburger- zum Hamburger Ballett zieht Hye-Yeon Kim.
Vom Lüneburger- zum Hamburger Ballett zieht Hye-Yeon Kim.

Diese äußere Ruhe, die Zuverlässigkeit und die Zurückhaltung im Auftreten zeichnet eine Kollegin aus, die ebenfalls in Rente geht. Deborah Coombe sieht man mal auf dem Rad durch die Stadt von Chor zu Chor radeln oder mal in der Kuhstraße bei einem Kaffee über den Noten sitzen. Seit 1988 trägt die Kanadierin den Titel Chordirektorin am Theater Lüneburg, sie betreute dazu Chöre der Musikschule und wird auch künftig den BachChor leiten, zum Beispiel bei dessen Konzert zum 40. Geburtstag am 12. November in St. Nicolai. Deborah Coombe saß immer, wenn passend, am Klavier, sie studierte große und kleine Stücke am Theater mit ein und wird nun Zeit finden, das Cello wieder auszupacken. Auch zu dem hat sie eine große Liebe entwickelt, die künftig gepflegt sein will.

Vom Tanz zur Inspizienz wechselot Matthew Sly.
Vom Tanz zur Inspizienz wechselot Matthew Sly.

Noch so ein Urgestein: Eigentlich ist Beleuchtungsmeister Walter Hampel ja schon vor Jahren in Rente gegangen. Aber bei niemandem leuchtet nun mal das Licht so gut wie bei dem Mann, der den Wandel der Technik seit 1980 genau nachvollziehen kann. Und wie das bei Walter Hampel so ist. Ganz geht er nach wie vor nicht, „Ich habe jetzt einen Beratervertrag“, lacht er. Er wird jedenfalls seinen Nachfolger in aller Ruhe einarbeiten.

Walter Hampel macht das Licht -- noch nicht ganz -- aus.
Walter Hampel macht das Licht — noch nicht ganz — aus.

Fünf Jahre betreute Katja Stoppa die Schauspiel-Dramaturgie, sie beriet, konzipierte, diskutierte, moderierte und bricht nun nach Brandenburg auf, an eine reine Schauspielbühne in Senftenberg. Dort startet sie im Laufe des Herbstes, sie kann also in Ruhe verfolgen, was die (Ex-)Kollegen so ab 11. August treiben.

Nadja Meyer wechselt zur Schmidts Tivoli nach Hamburg.
Nadja Meyer wechselt zur Schmidts Tivoli nach Hamburg.

Dass Gregor Müller und Ulrike Gronow nach jeweils sechs Jahren das Schauspiel verlassen, darüber hat die LZ berichtet. Zu neuen Ufern bricht auch Ballettrepetitorin Hye-Yeon Kim auf, sie wird in gleicher Funktion künftig John Neumeiers Ballett an der Hamburger Staatsoper verstärken. Ebenfalls in Hamburg, bei Schmidts Tivoli, macht Nadja Meyer weiter das, was sie in Lüneburg perfekt machte: Öffentlichkeitsarbeit; aber im Extra-Chor singt sie weiter. Im Ballett, das stets eine starke Fluktuation erlebt, werden drei Positionen neu besetzt, die von Harumi Washi-yama, Mara Sauskat und Marco Dalia.

Und dann ist da noch Matthew Sly, der eigentlich gar nicht aus der Tanztruppe wegzudenken ist. Nach elf Spielzeiten zieht er nun festere Schuhe an. Er bleibt dem Haus erhalten und betreut künftig als Inspizient das Schauspiel. Da ist das eine oder andere kleine Comeback nicht ausgeschlossen.