Donnerstag , 8. Dezember 2016
Aktuell
Home | Kultur Lokal | Krimi-Autorinnen schenken jetzt „Wermutstropfen“ ein
Kathrin Hanke (links) und Claudia Kröger haben einen Gartenkrimi geschrieben und stellen ihn im Rathausgarten vor. Foto: a/t&w
Kathrin Hanke (links) und Claudia Kröger haben einen Gartenkrimi geschrieben und stellen ihn im Rathausgarten vor. Foto: a/t&w

Krimi-Autorinnen schenken jetzt „Wermutstropfen“ ein

oc Lüneburg. Wenn ein Manager tot im Klostergarten liegt, der zweite Vorsitzende des Radieschenheims in einem Kräuterbeet verblichen ist und eine Leiche stark nach Lavendel duftet, dann hat sich der Leser ins blühende Reich des Gartenkrimis begeben. Der Gartenkrimi ist ein Sonderfall der wuchernden Krimibranche, und er schlägt Wurzeln im Gmeiner Verlag. In dem Verlagshaus fühlen sich auch Kathrin Hanke und Claudia Kröger seit vier Lüneburg-Krimis und einem mörderischen Heide-Reiseführer wohl. Jetzt haben sie ein Pflänzchen für den Gartenkrimi hochgezogen: „Wermutstropfen“ heißt die giftige Mixtur, die ab 6. Juli eingeschenkt wird.

Hanke/Kröger haben in vier Lüneburg-Krimis die Kommissarin Katharina von Hagemann und ihren Chef Benjamin Rehder etabliert. Krimi fünf ist geschrieben, durchläuft das Lektorat, erscheint am 1. Februar. „Mit dem sechsten Fall fangen wir gerade an“, sagen die Autorinnen, die ihre Bücher in lockerem Wechsel vorantreiben. Wer Zeit hat, schreibt, das Verständnis zwischen beiden ist ungebrochen, sie wissen, wie sie ticken, wie sie denken, wie sie schreiben. Und nun kommt Dr. Victor Bucerius ins Spiel.

Er ist Träger eines berühmten Namen, steht aber weder für das Bucerius Kunst Forum in Hamburg noch für die Bucerius Law School an der Elbe. Victor ist Landapotheker, Hobby-Chemiker, entdeckt eines gar nicht schönen Tages seine Schwester tot im Garten und steht bald unter Mordverdacht. Jedenfalls nimmt Kommissarin Stine Jessen den verschrobenen Mann ins Visier. Und dass Victor auf eigene Faust ermittelt, entlässt ihn nicht aus dem Verdacht.

Das sind die Zutaten, aus denen eine handfeste Krimigeschichte wächst. Anders als bei den Lüneburg-Krimis, bei denen reale Orte einbezogen werden, lassen Hanke/Kröger die „Wermutstropfen“ nicht in einer regional verankerten Region fallen. „Jeder kann überlegen, ob es sein Dorf sein kann“, sagt Kathrin Hanke. Aber welches Dorf hat schon eine Apotheke, die in einem alten Kloster untergebracht ist? Der Gartenkrimi werde weniger brutal, kündigen die Autorinnen an, und Rezepte werde es auch geben, zum Beispiel ein Katerfrühstück mit Rotwein und Knoblauch. Sollte Dr. Bucerius das überstehen, und erweisen sich die „Wermutstropfen“ als bekömmlich bei den Leser(inne)n, so kann wohl mit weiteren Fällen gerechnet werden. Eine Hörbuch-Fassung wird ebenfalls vorbereitet, somit ist für den erhofften Erfolg alles bereitet.

Wo wird ein Gartenkrimi vorgelesen? Natürlich im Garten, in diesem Fall im Lüneburger Rathausgarten. Das geschieht am Donnerstag, 21. Juli, um 20 Uhr. Veranstalter der Lesung ist Lünebuch.