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Fasst euch ein Herz!: Felix Meyer präsentierte mit seiner Band vor allem Songs seines mittlerweile vierten Albums. Foto: phs
Fasst euch ein Herz!: Felix Meyer präsentierte mit seiner Band vor allem Songs seines mittlerweile vierten Albums. Foto: phs

Konzert mit Felix Meyer im Bleckeder Schlosshof

ff Bleckede. Die Fußgängerzone gilt als gute Schule für einen angehenden Singer/Songwriter. Hier kann sich der junge Künstler ausprobieren, um die Aufmerksamkeit des vorbeihastenden Publikums werben. So gesehen lässt sich Felix Meyer mit seiner unendlich langen Erfahrung als Diplom-Straßenmusiker bezeichnen. Mittlerweile allerdings steht er meistens auf einer soliden Bühne, mit einer Band und richtigem Equipment um sich herum. Längst hat er seinen Platz im etablierten Konzertbetrieb gefunden, der Charme der jungen Jahre ging aber dabei nicht verloren. Das zeigte sein Konzert am Sonnabend im gutbesuchten Bleckeder Schlosshof.

Felix Meyer, 1975 in Berlin geboren, lebt heute in Hamburg. Seine erste CD spielte er 2010 in Peter Hoffmanns Studio in Vögelsen ein. Jetzt ist das vierte Album erschienen: „Fasst euch ein Herz“. Diese Lieder standen im Mittelpunkt eines Abends, der so romantisch-melancholisch war wie der dramatisch dunkelgraue Himmel, der den Hof des Schlosses überspannte, aber nicht in Regen ausbrach. Der war gefüllt mit wetterfesten Menschen, und so blieb denn auch ein bisschen „On-the-road“-Atmosphäre erhalten.

„On-the-road“-Atmosphäre

Felix Meyer singt von den bittersüßen Situationen des Alltags, vom Hoffen und Scheitern, die treibende Welle ist da so eine Metapher. Und der Sänger, wie der Himmel in grauen Zwirn gekleidet, ist immer dann gut, wenn er die verdruckste Pose des Schmerzensmannes überwindet und sich auf den Wellen (und von seiner Band natürlich) vorantreiben lässt. Da folgt ihm dann auch das Publikum, das aus einem harten Kern von Fans und einer großen Mehrheit von Sympathisanten zu bestehen schien, die sich vom Meister nach einer guten Stunde sogar zum Tanzen bewegen ließ.

Die verschliffene Melancholie und die verhangene Poesie seiner Lieder, die etwa „nach der Mittelmäßigkeit“ und „Gelegenheit macht Liebe“ heißen, erwiesen sich einmal mehr als tragfähig. Ein Lied ist von dem Filmklassiker „Die Ferien des Monsieur Hulot“ inspiriert, einem Schwarz-Weiß-Film natürlich. Und die fünfköpfige Band servierte das alles mit Folk und Pop, mit einem Hauch Jazz und einem Schuss Chanson, neben dem üblichen Instrumentarium auch mit Mandoline, Kontrabass und Akkordeon. Ein Wohlfühlkonzert im Groove gebremster Lebensfreude — auch Grau ist eine schöne Farbe.