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Jens Illemann übernahm im Jahre 2014 das Dirigat des Sinfonischen Blasorchesters Lüneburg. Am Sonnabend hofft er nun auf ein erheblich größeres Ensemble. Das soll dann von Wolf Kerschek (kleines Foto links) geleitet werden. Foto: a/bau
Jens Illemann übernahm im Jahre 2014 das Dirigat des Sinfonischen Blasorchesters Lüneburg. Am Sonnabend hofft er nun auf ein erheblich größeres Ensemble. Das soll dann von Wolf Kerschek (kleines Foto links) geleitet werden. Foto: a/bau

Das größte Orchester der Welt

ff Lüneburg. „Freude, schöner Götterfunken“: Der vierte Satz von Beethovens Neunter Sinfonie, gesungen oder auch nur gespielt, ist eine der weltbekanntesten Melodien der klassischen Musik. Sie kann ordentlich Power vertragen — je mehr Musiker, desto besser. Am kommenden Sonnabend, 9. Juli, sind es vielleicht zehntausend: Dann soll im Fußballstadion von Frankfurt/Main, der Commerzbank-Arena, das größte Orchester der Welt auftreten, gebildet von Musiker(inne)n aus dem ganzen Land. Initiator des Weltrekordversuchs ist Jens Illemann, Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters Lüneburg.

Natürlich fahren auch Mitglieder des Blasorchesters nach Frankfurt. Dirigent des Mammut-Ensembles ist der Musiker, Dirigent, Komponist und Arrangeur Wolf Kerschek, unter anderem Gewinner des Echo Klassik und des Hamburger Jazzpreises. Neben Beethovens Neunter sind drei weitere Werke geplant: Dvoraks Neunte Sinfonie (Auszüge), „Starlight Express“ (aus dem Musical) und „Music was my first love“ von John Miles.

Die Noten lassen sich für jedes denkbare Orchester-Instrument von der Homepage www.wirfuellendasstadion.de herunterladen, dort finden Interessenten auch alle weiteren Informationen, den Zeitplan zum Beispiel, auch die Daten für die Anmeldung. Um 18 Uhr ist dann der Auftakt für den Rekordversuch. Der bisherige Weltrekord für das größte Orchester der Welt wurde in Brisbane, Australien aufgestellt, als 7224 Musikerinnen und Musiker gemeinsam musizierten. Jens Illemann hatte bereits im vergangenen Jahr in Hamburg einen Versuch gestartet, er scheiterte aber an der Stadionmiete und zu wenig Anmeldungen — es gab Kritik, dass der Konzertort in Deutschland zu wenig zentral liege. Mit Frankfurt stehen die Chancen für einen neuen Rekord deutlich besser, mehr als 6000 haben sich bereits angesagt, natürlich können sich auch noch Kurz­entschlossene vor Ort melden.

Rahmenprogramm „Pop meets Classic“

Das Rahmenprogramm „Pop meets Classic“ wird etwas leiser ausfallen: Begleitet von der Neuen Philharmonie Frankfurt, treten unter anderem Daniel Wirtz, Johannes Oerding und Angelo Kelly auf. Die Teilnehmer unterstützen neben dem Rekordversuch auch ein Charity-Projekt, von jeder Eintrittskarte wird dafür ein Euro abgezweigt.

Das Sinfonische Blasorchester Lüneburg stellt sich im Web unter www.sbl-lueneburg.de vor. Es wurde 2007 gegründet, Jens Illemann dirigiert es seit 2014. Zu seinem Studium (Musik und Deutsch auf Lehramt) verschlug es ihn 2006 nach Hamburg, wo er das Studium an der Hochschule für Musik und Theater mit dem 2. Staatsexamen abschloss und nun seit 2015 als Lehrer am Johannes-Brahms-Gymnasium arbeitet. Im Rahmen des Studiums in Hamburg war er Tutor für Orchesterleitung und hat 2014 das Studium Blasorchesterleitung bei Prof. Maurice Hamers in Augsburg begonnen. Im Jahre 2013 war er Trompeter im Bundesjugendblasorchester.