Aktuell
Home | Kultur Lokal | Das dritte Theaterfestival war ein glatter Erfolg
Schweißtreibend: Die Tanzperformance Catan Allay im Klosterhof, da hatten es die Zuschauer besser. Foto: ff
Schweißtreibend: Die Tanzperformance Catan Allay im Klosterhof, da hatten es die Zuschauer besser. Foto: ff

Das dritte Theaterfestival war ein glatter Erfolg

ff Lüneburg. Verlässliche Besucherzahlen gibt es noch nicht, der Kassensturz steht noch aus, aber fest steht: Das dritte Theaterfestival Lüneburg, veranstaltet vom Verein „Zum Kollektiv“, kann als glatter Erfolg verbucht werden. „Wir hatten deutlich mehr Besucher als im vergangenen Jahr“, so die Kollektiv-Sprecherinnen Neele Jacobi und Franziska Rudolph, „und das Feedback von den Besuchern hat uns gezeigt, dass unser Konzept stimmt. Wir freuen uns auch, dass die Stadt uns so gut unterstützt hat“. Kurz zusammengefasst: „Glückliche Gäste — glückliches Team“.

Tag zwei des Festivals hatte am Sonntag wiederum im Klosterhof mit Yoga zur Einstimmung begonnen, die Puppenspielerinnen Gabi Panow-Kloth und Cornelia Unrauh erzählten anschließend die Geschichte einer wild lebenden Ratte, die ganz gut auf die große Freiheit und das Abenteuer verzichten könnte und auch gern ein geliebtes (und regelmäßig gefüttertes) Haustier wäre.

Eher an die Erwachsenen richtete sich die Tanzperformance „Catan Allay“ zu dem Song „Sinnerman“ von Nina Simone, basierend auf einem Spiritual.

Das Wetter spielte wieder mit

Die Performance erzählt davon, wie Menschen mit Erschöpfung umgehen, ihr nachgeben oder sich aufbäumen — und Erschöpfung brauchten die Tänzer/innen in der schweißtreibenden Choreographie bei gutem Open-Air-Wetter auch nicht zu spielen. Ebenfalls um die Orientierung des Menschen in der Gesellschaft dreht sich das Hamburger Performance-Projekt Hajusom, zu sehen im Rathausgarten. Hier erzählen junge Leute — ebenfalls mit den Mitteln des Tanzes — in kurzen Soli von einer (nicht immer ehrenwerten) Rolle in der Gemeinschaft: eine Killerin ist dabei, ein Kickboxer — aber auch ein Fußballtorwart namens Manuel Neuer.

Das Wetter spielte wieder mit, zum Abend hin wurde es dann richtig voll im Rathausgarten und im Klosterhof. Die experimentelle Lesung „König Ubu“, das Theater „Seelenparasiten“ und das Finale mit dem schönen Titel „Wir sind in die Welt gevögelt, doch wir können nicht fliegen“ zählten dann in der Besuchergunst zu den Highlights.

Apropos Manuel Neuer: Dass die deutsche Mannschaft im Halbfinale aus dem Wettbewerb flog und nicht zum Endspiel am Sonntag antrat, mag für Fans frustrierend sein — die Trauer im Kollektiv hielt sich aber wohl in Grenzen.