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Gleich muss Prinz Tamino in Ohnmacht fallen. Hubert Schmid sang und spielte in Luhmühlen den Prinzen. Schmid ist sonst mit den Jungen Tenören unterwegs, einer Gruppe um den in Luhmühlen aufgewachsenen Hans Hitzeroth. Foto: t&w
Gleich muss Prinz Tamino in Ohnmacht fallen. Hubert Schmid sang und spielte in Luhmühlen den Prinzen. Schmid ist sonst mit den Jungen Tenören unterwegs, einer Gruppe um den in Luhmühlen aufgewachsenen Hans Hitzeroth. Foto: t&w

Unter harten Bedingungen: Die Zauberflöte in Luhmühlen

oc Luhmühlen. Schön, dass im Sommer die Oper an Orte kommt, an denen sie sonst kein Zuhause hat. Gut, dass es im Eventpark Himmel und Heide nicht nur eine kleine Bühne für die Akteure gibt, daneben ein Zelt fürs Orchester, sondern auch eine Tribüne fürs Publikum. Bewundernswert, dass sich Sänger und Instrumentalisten bei jedem Wetter ins Geschehen stürzen wie an diesem gar nicht zauberhaften Abend mit 14 Grad und Regen für die „Zauberflöte“, die am häufigsten verwüstete und dennoch unverwüstliche Mozart-Oper.

Wer sich zu den im Sommer durch die Lande reisenden Operntruppen begibt, muss natürlich Abstriche hinnehmen. Das war an diesem Abend nicht anders und lag nicht nur am Wetter. Die Produktionen, sollen sie sich rechnen, müssen einfach gestrickt sein und schnell umsetzbar. Entsprechend schlicht war das etwas abgenutzt wirkende Bühnenbild gehalten, für Farbe sorgten folkloristische Kostüme. Die Inszenierung ist so gebaut, dass Sänger, die ihre Partie beherrschen, problemlos einsteigen können. So war ein anderer Tenor als Tamino angekündigt, aber das spielt kaum eine Rolle.

Abstriche also sind bei der musikalischen Abstimmung und bei Feinheiten der Inszenierung zu machen. Sie läuft prompt etwas grob ab und lebt vor allem von der unterschiedlichen spielerischen Klasse der Sänger. Musikalisch allerdings hat das von Hans Richter dirigierte Team der Opera Classica Europa grundsätzlich viel zu bieten. Stellvertretend für alle genannt sei Marisca Mulder, die eine Pamina mit großer Herzenswärme singen kann, die reiche Facetten des Ausdrucks besitzt und die locker technischen Tücken trotzt. Das ist eben auch ein Manko, dass es ab und an knackt und rauscht bei den Mikroports, und da es für den Chor keine gibt, kommt der etwas schwach daher.

Die rund 500 Besucher zeigten viel Verständnis und Begeisterungsfähigkeit, es gab schon in der Ouvertüre Szenenapplaus. „Open air ist immer ein Risiko und abhängig von den Wetterbedingungen. Alle Hauptdarsteller waren Profis und können deswegen auch solch eine Leistung bei diesen Bedingungen bieten“, sagt Annalena Schmid, die als Papagena zu gefallen wusste.
Vielleicht ist dem Team ja gelungen, Appetit auf mehr zu machen. „Die Zauberflöte“ ist in großer Inszenierung ab 23. September wieder zu erleben, als neue Produktion der Staatsoper Hamburg. Man kann ja mal vergleichen.

One comment

  1. „Unter harten Bedingungen: Die Zauberflöte in Luhmühlen“, ist ein guter Titel für den Artikel.
    Härter könnten die Bedingungen nicht sein. 14 Grad, Regen, 100 Meter zwischen Garderobe und Bühne. Darsteller müssen im Regen laufen. und, und, und, Mit Recht lobt der Kritiker die Darsteller. Oper steht und fällt mit den Darsteller. dass, haben die THEATERN noch nicht begriffen. Die Staats-Oper Hamburg hat ca. 3 Millionen Euro für eine einzige Zauberflöte Vorstellung. Opera Classica hat ca. 15.000, Euro. Hier kann Mann nicht vergleichen. Aber, Geh und vergleich ob es besser ist ist. Ich bin gespannt…………..