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Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, informiert sich bei Johannes Kimstedt über die Arbeit im Kunstraum Tosterglope.
Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, informiert sich bei Johannes Kimstedt über die Arbeit im Kunstraum Tosterglope.

Gabriele Heinen-Kljajic Gast in Tosterglope

ff Tosterglope. „Kunst muss zu den Menschen kommen“, sagt Gabriele Heinen-Kljajic „morgens die Tür zur Ausstellung aufschließen und auf Besucher warten, das funktioniert nicht.“ Damit stieß die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur (Bündnis 90/Die Grünen) in Tosterglope auf offene Ohren. Schließlich besuchte sie dort, wie sie sagte, ein „echtes Vorzeigeprojekt mit hohem Anspruch“, was die Vermittlung von Malerei, Objekten, Musik und was es eben noch so gibt, angeht: den Kunstraum Tosterglope.

Erstes Ziel: Schulen

„Tosterglope ist die zweitkleinste Gemeinde im Landkreis“, so Bürgermeister Stefan Betzenberger 550 Einwohner, verteilt auf vier Ortsteile. Nicht gerade ideale Bedingungen also, um Ausstellungen zu betreiben und das Interesse an zeitgenössischer Kunst zu wecken. Die Bevölkerung immerhin, so Betzenberger, interessiere sich seit einigen Jahren für das Geschehen im Kunstraum, „das kommt gut an“.

Erstes Ziel aber sind die Schulen in der Region. „Wir arbeiten bei der Kunstvermittlung in den Klassen nicht über vorhandene Werke, sondern über die Methoden der Künstler“, so Kunstraum-Betreiber Johannes Kimstedt. Also: Selber ausprobieren, wichtiger als das Resultat ist der Annäherungsprozess selbst „man muss es zumindest kennengelernt haben“, so Heinen-Kljajic. Dabei geht es auch um die Überwindung von Genre-Grenzen. Die Ministerin ließ sich in der Galerie ein wandgroßes Gemälde zeigen, geschaffen von Kindern und Jugendlichen. Das Bild ist kein Stillleben, sondern eine Partitur, die Basis für die Teilnahme 2015 an den Musiktagen Donaueschingen, einem namhaften Festival für Neue Musik.

Kunstvermittler überall unterwegs

Dabei gehen Kunstvermittler mittlerweile auch in den Physikraum und in den Mathe-Unterricht. Was häufig auf privater Initiative basiert und sich arbeitsrechtlich manchmal in einer etwas diffusen Situation bewegt, soll künftig klare rechtliche Regeln bekommen. Gabriele Heinen-Kljajic denkt da etwa an eine landesweit agierende Agentur, die Künstler/innen an die Schulen vermittelt. An dem Projekt werde gearbeitet, klare Strukturen gebe es aber noch nicht. Auch die Vielzahl der Förderungmöglichkeiten aus diversen (allerdings meist übersichtlichen) Geld-Töpfen könnte wohl klarer strukturiert sein.

Fest steht: Noch bis 24. Juli läuft im Kunstraum (Im Alten Dorfe 7) eine kleine Ausstellung, konzipiert vor allem als Rückschau auf die letzten Aktionen der Bild-Kunst-Vermittlung. Von Freitag, 22. Juli, bis Sonntag, 24. Juli, kommt der Berliner Maximilian Hilsamer, um die Proben für das Stück „Hörraum – ein Museum für alle Klänge“ zu filmen. Neugierige sind am Sonnabend um 16 Uhr zur Drehpause eingeladen.