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Die Kuratorin Anna Lilly Götz in der Ausstellung mit Werken ihres von einer breiteren Öffentlichkeit noch zu entdeckenden Vaters Werner Götz. Foto: t&w
Die Kuratorin Anna Lilly Götz in der Ausstellung mit Werken ihres von einer breiteren Öffentlichkeit noch zu entdeckenden Vaters Werner Götz. Foto: t&w

Werk des Künstlers Werner Götz ist in der KulturBäckerei zu entdecken

oc Lüneburg. Als der Künstler Werner Götz im Mai 2013 starb, fiel seiner Tochter ein Schatz zu. 3000 Kunstwerke! Geschaffen von einem Mann, der wie kaum ein anderer die Zeit verkörpert, in der das grenzabgeschiedene Wendland von Berliner Künstlern erobert wurde. Sie zogen in eine Region mit Ruhe und Raum, um eigenen Ideen nachzuleben. Das politische Herz der 68er-Generation, zu der Götz und Gefährten zählen, durfte auch schlagen, Stichwort Gorleben. Aber nun sind sie alt, Werner Götz ist tot, und Anna Lilly Götz hat den Schatz und trägt die Last, ihn zu bewahren. In der KulturBäckerei zeigt jetzt eine Götz-Ausstellung, dass dieses Dokumentieren, Konservieren, Zeigen und Bekanntmachen lohnt. Leicht ist es nicht.

Die Probleme der Nachlässe, die wie im Fall Götz auf die Nachwelt kommen, sind kaum lösbar. Für Lüneburg hat die Sparkassenstiftung das Kunstarchiv in Neuhaus geschaffen. Dort wird von vielen Künstler ein Kernwerk bewahrt, in konservatorisch korrekter Weise. Grenzen aber sind stets sichtbar.

Werner Götz ist ein Würzburger, der über das Studium in Berlin und kleinere Stationen 1974 ins Wendland kam. Das ehemalige Forsthaus, das „Rote Haus“ in Nienwalde, wurde zu seinem Kreativzentrum. Dort schuf Götz nahezu pausenlos, durchbrochen von langen Nachtdebatten mit Freunden und Kollegen, Tuschezeichnungen, Ölgemälde, Holzschnitte, Materialbilder, Texte, Skulpturen, Collagen, Objekte und was immer an Möglichkeiten ihm zufiel. Dem Kunstmarkt entzog sich Götz, dessen Mechanismen waren ihm zuwider. Wuchs die Nachfrage, so scheint es, wechselte er zu etwas Neuem — weiter, immer weiter.

Werkschnitt aus vierzig Jahren

Nun kann, nun müsste er endlich breiter entdeckt werden, bevor seine Kunst verfällt, im Gedächtnis der Zeit und leider auch ganz real — der Holzbock, die Feuchtigkeit… Wer rettet nachhaltig das Götz-Werk? Anna Lilly Götz, die als Kuratorin den Weg vom Wendland nach Berlin ging, hat in die KulturBäckerei einen Werkschnitt aus vierzig Jahren gesetzt.

Sie hat lange mit dem Raum gerungen und eine bezwingende Form gefunden, um den ausgewählten Schwerpunkten gleichwertige Aufmerksamkeit zu geben. Wer sich durch die kleineren, mitunter poetischen Blätter einer oft zeichenhaften Kunst hindurchschaut, entdeckt am Ende das gewaltige (Kohle-)Materialbild „Im dunklen Haus“ und ihm gegenüber einen dieser großen Drucke, für die sich Werner Götz auf eine Dampfwalze setzte: Als Dreier-Auflage kam der Groß-Holzschnitt „Leuchtender Berg“ in die Welt.

Überschrieben ist die Ausstellung „Im inneren Raum“. Ein Verweis auf den unabhängigen, dem Neuen gegenüber offenen Geist des Künstlers, aber auch auf seine Nähe zum Zen-Buddhismus, wie Anna Lily Götz bei der gut besuchten, vom Pianisten Yao Maria Denger begleiteten Eröffnung sagte.

Die Ausstellung ist bis zum 21. August werktags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende von 13 bis 18 geöffnet. Wer mehr wissen will: www.wernergoetz.de