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Bauherren und Unterstützer: (v.l.) Christian von Estorff, Dorle von Estorff, Tomas Köpping (Lotto Niedersachsen), Sabine von Estorff und Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Am Ersten Advent soll die Kapelle wieder öffnen. Foto: t&w
Bauherren und Unterstützer: (v.l.) Christian von Estorff, Dorle von Estorff, Tomas Köpping (Lotto Niedersachsen), Sabine von Estorff und Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Am Ersten Advent soll die Kapelle wieder öffnen. Foto: t&w

Stiftung Denkmalschutz hilft der Gutskapelle

oc Barnstedt. Nur noch einzelne Worte auf dem Balken sind zu entziffern, aber stehen muss auf ihnen „Deus pro nos quis contra nos — was mein Got wil“, eine Kurzfassung von „Wenn Gott für uns ist, was kann wider uns sein“. Erst auf Lateinisch, dann auf Deutsch, was eine Besonderheit von vielen ist, die Barnstedts Kleinod wertvoll machen. Die Gutskapelle aus dem Jahr 1593 aber leidet, wie berichtet, an Altersschwäche. Nun wird der Fachwerksaufbau des Eingangs an der West-, der Wettterseite neu aufgestellt. Jetzt gab es Hilfe: 20.000 Euro steuert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zur Rettung der Kapelle bei.

Die alten Balken liegen im Gras, sie sind zum Teil arg vom Wurm der Zeit zerfressen, sie zerbröseln, Halt geben können sie nicht mehr. „Sie haben rund 400 Jahre gehalten“, sagt Gutsbesitzer Christian von Estorff, „die neuen sollen nun 300 Jahre halten, da sind wir großzügig.“ Ihn freut und rührt auch an, dass die Eichenbalken, die nun neu genutzt werden, von einer Allee stammen, die seine Vorfahren wenige Meter weiter einst gepflanzt haben. Dort hatte es einen Blitzeinschlag gegeben, drei Bäume mussten fallen, von ihnen stammt das Holz für die Kapelle. „Da schließt sich sozusagen ein Kreis“, sagt von Estorff. Zurzeit sind die Handwerker dabei, den Fachwerkgiebel nachzubauen. Am Mittwoch wird er per Kran hochgezogen.

Bauarbeiten sollen bis zum Ersten Advent abgeschlossen sein

Die Gutskapelle aus dem Jahr 1593 mit ihren 1593 gemalten Quadern an der Decke wird für Gottesdienste und kirchliche Feiern genutzt. Seit 30 Jahren ist sie außerdem Ort für hochkarätige Konzerte. Bis zum Ersten Advent sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Wenn es denn klappt.

Um die 200.000 Euro wird die Restaurierung kosten. „Es ist, wenn man anfängt, dann doch mehr nötig als gedacht“, sagt von Estorff, der den vielen Unterstützern dankt. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz freute sich deren Lüneburger Ortskurator Prof. Dr. Paul Georg Lankisch, die Maßnahme unterstützen zu können. Das Geld stammt aus der Lotterie Glücksspirale, Lotto-Bezirksleiter Tomas Köpping schaute sich jetzt auch auf der Baustelle um.

Jetzt ist die Zeit der Tischler. Steht das Fachwerk, wird Restaurator Markus Tillwick das Schnitzmesser ansetzen für das „Deus pro nos“ — natürlich auch auf Deutsch.