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Saskia Kuntzsch-Zschoch und Joachim Kuntzsch genießen das Leben an einem schönen Ende der Welt, gleich hinterm Deich  und laden sich gern Gäste ein. Foto: oc
Saskia Kuntzsch-Zschoch und Joachim Kuntzsch genießen das Leben an einem schönen Ende der Welt, gleich hinterm Deich und laden sich gern Gäste ein. Foto: oc

Der Verein Konau 25 wird 15 Jahre alt

oc Konau. Der Hund heißt Emma und zerrt an der Leine wie der Wind an den Eichen. Er freut sich des Lebens. Es ist ja auch so grün und schön und frei hier am Ende der Welt in Konau, dort, wo nur noch ein Kreisel kommt, der alle Verirrten zurückschickt. Wenn aber hier in Konau 25 auf der Scheune Musik gemacht wird oder Literatur vorgetragen, dann rauschen mehr als 100 Besucher heran, aus Hamburg, MeckPomm und von nahebei.

Joachim Kuntzsch erinnert sich an das schönste Kompliment, das es beim ersten Arien- und Liederkonzert vor 15 Jahren gab. Es kam von einer Frau aus dem Dorf: Mit dem Fahrrad in die Oper, davon habe sie immer geträumt. 15 Jahre also gibt es nun Kultur in Konau 25. „1995 haben wir Konau gesehen, 1996 haben wir es gekauft, 1997 renoviert“, sagt Saskia Kuntzsch-Zschoch. Sie hat als Bühnenbildnerin und Ausstatterin landauf, landab für große Theater gearbeitet. Joachim Kuntzsch ist vieles: Pianist, Sänger, Sprecher, Komponist, Darsteller und Professor für Gesang. Eng ist er mit Hamburg verbunden, mit der Oper, dem Schauspielhaus, der Hochschule für Musik und Theater.

„Uns war immer klar, wenn wir hierhergehen nach Konau, dann wollen wir hier auch Kultur machen“, sagt Kuntzsch. Der erste Test lief so gut, dass 2001 der Verein folgte: „Frohe Zukunft“. Die Zukunft währt nun 15 Jahre. Noch ein Kompliment, das den Erfolg beweist. „Manche fragen nicht, was wir beim nächsten Mal machen, sondern, wann wir wieder etwas machen.“ Die Qualität muss stimmen, sonst könnte die Frage nicht kommen.

Auf der Einladung zum 15. Geburtstag stehen die Namen derer, die hier am Ende der Welt hinterm Deich auftraten, darunter Rolf Becker, Daniel Behle, Edgar Bessen, Dieter Gla­wisch­nig, Nicole Heesters, Jutta Hoffmann, Hannelore Hoger, Burghart Klaußner, Dietmar Mues, Barbara Nüsse, Gabriele Rossmanith, Harry Rowohlt, Elisabeth Schwarz, Wolf Dietrich Sprenger, und so geht das immer weiter durch die Musik, die Bühne und die Literatur.

Keiner kommt wegen der Gage. Sie kommen wegen der besonderen Situation, wegen der Freundschaft und weil sie hier neue Programme ausprobieren können. Oder einfach die Gelegenheit nutzen, mal im Kleinen etwas vorzuführen, für das auf den großen Bühnen kein Platz ist. „Sie wollen alle wiederkommen“, freuen sich die Scheunenbetreiber. Zum Beispiel Burghart Klaußner, einer der gefragtesten deutschen Schauspieler. Er wird sich am 15. Oktober in Konau mit Ferdinand von Schirach befassen.

Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu Gast

In diesem Jahr waren auch erstmals die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern zu Gast in Konau. Es hat dem Publikum, den Künstlern, den Veranstaltern so gefallen, dass einer Fortsetzung wohl wenig entgegensteht.

Aber jetzt wird erst einmal gefeiert, mit Wildschwein am Spieß, mit Leckerem aus der Arche-Region, mit Reden, Gaukelei und Akrobatik, Volksliedern und Schlagern, Dada und Jazz in Saal, Hof und Garten. Das passiert am Sonnabend, 20. August, ab 12 Uhr. Fürs Kulturelle sorgen u.a. das Jaspar Libuda Trio aus Berlin, Reinhard Krökel, Andreas Böther, Harry Fuhrmann, Lillith, Joachim Kuntzsch, Lutz Mahlerwein und das Frauengesangs-Ensemble Amt Neuhaus.

Wer all das anbietet, liegt natürlich nicht am Ende der Welt. In Konau beginnt eben auch viel — auch für Emma, die ihre Leine durchgebissen hat und eine Runde döst. Der Eintritt zum Hoffest ist frei, um eine Spende wird gebeten. Mehr Infos: www.kultur-konau.de.