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Kristin Halm (links, Sparkassenstiftung), und Stipendiums-Gründer Uwe Lüders mit der aktuellen Stipendiatin Ulrike Walther. Foto: t&w
Kristin Halm (links, Sparkassenstiftung), und Stipendiums-Gründer Uwe Lüders mit der aktuellen Stipendiatin Ulrike Walther. Foto: t&w

Uwe Lüders gründet in Lüneburg ein Stipendium für Künstler

oc Lüneburg. Uwe Lüders ist ein Mann der Tat. Das muss er sein, er ist Vorstandsvorsitzender der in Lübeck ansässigen, weltweit aktiven Possehl Gruppe, einem Unternehmen mit mehr als drei Milliarden Euro Umsatz und mehr als 12.000 Beschäftigten. Uwe Lüders ist auch ein Mann der Kunst. „Ich liebe Malerei, ich kann nicht malen“ sagt er. Er besitzt eine große Sammlung, aber er sieht auch, wie schwer es für Künstler ist, sich eine Existenz aufzubauen. Der Unternehmer will Starthilfe geben und gründete zu diesem Zweck das Uwe Lüders Kunststipendium. Das aber hat seinen Sitz nicht in Lübeck, sondern in Lüneburg.

Schuld hat die KulturBäckerei. „Die Art, wie hier ein Haus für die Kunst aufgebaut wurde, das hat mir einfach sehr gut gefallen“, sagt Lüders. „Wir haben schnell einen Draht gefunden“, fügt er hinzu. Der Draht verbindet ihn mit Carsten Junge, dem Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, die wiederum die KulturBäckerei betreibt. Das Uwe Lüders Kunststipendium läuft als Treuhandstiftung, schlüpft also sozusagen unter das Dach der Sparkassenstiftung.

Noch wird an Teilen des Ablaufs gefeilt, aber schon kommt die zweite Künstlerin in den Genuss des Stipendiums. Uwe Lüders ist eben ein Mann der Tat. Nach Anke Gruss, die Atelier 10 in der KulturBäckerei betreibt, wurde die in Jesteburg lebende Ulrike Walther ausgewählt. Die auf Aquarellmalerei spezialisierte Künstlerin ist zurzeit in der Stadt anzutreffen, sie arbeitet viel vor Ort.

Stipendiaten dürfen sich noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert haben

Lüders fördert vor allem Künstler aus dem norddeutschen Raum, solche, die sich malerisch dem Gegenständlichen verpflichtet fühlen, keine Avantgarde. Das ist sein Recht als Stifter. Er wählt die Künstler aus, mit Carsten Junge und Kristin Halm, die bei der Sparkassenstiftung zugleich Ansprechpartnerin für Stipendiaten und Kandidaten ist. Weiteres Kriterium: Die Stipendiaten dürfen sich noch nicht auf dem Kunstmarkt etabliert haben. Das jeweils dreimonatige Stipendium dient dem Zweck der Professionalisierung.

Es bietet den Ausgewählten monatlich 2000 Euro und einen kostenfreien Aufenthalt in einer Wohnung im Roten Hahn. An der wird noch gebaut, ab Januar soll sie bezugsfähig sein. Für Ulrike Walther wurde eine Wohnung im Roten Feld gefunden. „Die Künstler sollen frei von materiellen Zwängen malen, nicht nebenbei Kurse geben oder jobben müssen“, sagt Lüders.

Verpflichten müssen sich die Künstler, sechs Wochen am Ort präsent zu sein. Lüders, Mann der Tat, hofft, dass die Stipendiaten einen Fundus an Werken schaffen. Eine Ausstellung, eventuell ein Katalog stehen am Ende — und ein Workshop, der berufsspezifische Kenntnisse im nichtkünstlerischen Bereich vermittelt, von Marketing bis zu Rechtlichem. Bis zu sechsmal im Jahr kann das Stipendium vergeben werden.

Da kommen viele neue Bilder auf Lüneburg zu. Die dritte Künstlerin in diesem Jahr ist auch bereits benannt.