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Violaine Kozycki lernt beim Planen des Theaterfestes ihre Arbeitsstätte gründlich kennen. Foto: t&w
Violaine Kozycki lernt beim Planen des Theaterfestes ihre Arbeitsstätte gründlich kennen. Foto: t&w

Neu am Theater Lüneburg: Violaine Kozycki

Von Hans-Martin Koch
Lüneburg. Sie wollte zum Tierarzt und landete im Theater. Sie wollte nie wieder weg. Requisite! Großartig! Aber es war ja erst die Zeit des Schulpraktikums, und Violaine Kozycki besuchte die elfte Klasse. Es dauerte noch etwas, bis die Düsseldorferin längerfristig in der Requisite ankam — und dann ging es in ihrem Bühnenleben schnell weiter. Jetzt sitzt Violaine Kozycki in einem Büro des Theaters Lüneburg, leitet den Bereich Presse-/Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Ihr „neues“ Haus lernt sie gerade eilends kennen. Denn in drei Tagen, am Sonntag, ist Theaterfest, von elf am Morgen bis elf am Abend.

Erste Herausforderung: Theaterfest am Sonntag

Theater kann süchtig machen. Violaine Kozycki hat es früh erwischt. Noch als Schülerin schrieb sie ein Stück — „Es ist schöner im Taxi zu weinen als in der U-Bahn“ — und gewann einen Preis. Zum Studieren ging sie nach Hamburg (Medien- und Kommunikationswissenschaften); spannender war es, bei Jette Steckel und Luk Perceval am Thalia Theater zu hospitieren. Als Dramaturgin sammelte sie 2010/11 Erfahrung mit einem Jugendclub am Stadttheater Bremerhaven. Noch 2011 kam sie an die Hamburger Kammerspielen und ans Altonaer Theater, schließlich als Produktions-Dramaturgin und Assistentin der künstlerischen Leitung.

„Ich möchte für immer am Theater bleiben, es ist eine große Leidenschaft“, sagt die 26-Jährige und stürzt sich in ein neues Arbeitsfeld. „Ich mag Zahlen, Texte, Kommunikation, Organisation — es ist eigentlich perfekt“, sagt sie. Die Hamburg-Nähe sei ein weiteres Argument für den Arbeitsplatz gewesen, aber sie wohnt längst in der geringfügig kleineren Stadt und fühlt sich wohl. Es gibt ja auch viel zu tun, beim Theaterfest wird sie zum Beispiel dreimal Besucher durch das Theater führen, das sie sich selbst gerade erobert.

Wie immer startet das Theaterfest mit einem Familienkonzert, mit dem „Karneval der Tiere“. Dann geht es Schlag auf Schlag — auf allen Bühnen, davor und dahinter. Offene Proben im großen Haus und beim Ballett, Trailershows im T.NT und im T.3, Requisitenflohmarkt, Elefantennähen für Kinder, Bernsteinschleifen, Salzsieden und vieles mehr. Mit dabei sind wieder zahlreiche Partner des Theaters. Zum Kulinarischen etwa steuert der Freundeskreis Käse, Kaffee und Kuchen bei.

Neu ist der Gedichtefahrstuhl

Wer die Neuen am Theater kennenlernen will, sucht das Rote Sofa. Dort kommen um 14 Uhr Violaine Kozycki, Sopranistin Signe Ravn Heiberg und Mezzosopranistin Regina Pätzer zu Wort, um 14.45 Uhr die Schauspieler Paul Brusa, Wolfgang Erk­woh und Tülin Pektas, um 15.30 Uhr Dramaturgin Hilke Bultmann, Chordirektor Phillip Barczewski, Beleuchtungsmeister Dirk Glowalla und Schauspielerin Stefanie Schwab.

Neu ist der Gedichtefahrstuhl: ein Schauspieler, ein Gedicht, ein Euro. Der Erlös wird für einen guten Zweck gespendet. Neu sind auch die Funny Skippers, die um 15.15 Uhr zu einem Gastauftritt plus Workshop kommen.

Dass die Abendgala um 19 Uhr ausverkauft ist, das hat am Tag des Vorverkaufsstarts eine gute Stunde gedauert. Welchen Beitrag Philip Richert auch immer bei der Gala leistet, er wird es eilig haben. Ab 21 Uhr rockt seine Band As You Like It im Zelt.

Dann endgültig kennt Violaine Kozycki nicht nur das Theater und sein Team, sondern auch das Publikum.