Aktuell
Home | Kultur Lokal | Ausverkaufte Spielzeitgala weckt Neugier auf die Theatersaison
Intendant Hajo Fouquet kann sich auf gute Freunde verlassen: Heiderose Schaefke bringt 10.000 Euro vom Freundeskreis des Theaters mit. Foto: t&w
Intendant Hajo Fouquet kann sich auf gute Freunde verlassen: Heiderose Schaefke bringt 10.000 Euro vom Freundeskreis des Theaters mit. Foto: t&w

Ausverkaufte Spielzeitgala weckt Neugier auf die Theatersaison

Von Hans-Martin Koch
Lüneburg. Am Ende eines langen Tages geht es erst richtig los. Draußen endet das Theaterfest, aber alle sind sie da zur Gala, die Musiker und Tänzer, die Schauspieler und Sänger, der Chor und die Techniker, die Moderatoren, die Inspizientin und die Garderobieren. Und gleich kommt auch noch Heide-Rose Schaefke. Vorher aber spielt das Orchester mit Thomas Dorsch, spielen also die Lüneburger Symphoniker zum Start der Spielzeitgala im Theater einen sehr beredten Satz von Bach — da ist zu hören, was Klangsprache bedeutet.

Dann aber bringt Heiderose Schaefke als Vorsitzende des Theater-Freundeskreis einen symbolischen Scheck mit: 10.000 Euro. Das ist wie eine warme Dusche für das Theater, das weiter um das Geld für seine Zukunft kämpfen muss. Intendant Hajo Fouquet freut sich über Freunde, die Flagge zeigen.

Das Theater hat, was den Zuspruch betrifft, einen guten Lauf. Die Besucherzahlen befinden sich auf einem stabilen Hoch, und die Karten für die Spielzeitgala waren wieder in einer runden Stunde weg. Chefdramaturg Friedrich von Mansberg zum zehnten und Hilke Bultmann zum ersten Mal führen durch den Abend, der auf zwei Stunden getaktet ist, locker 30 Minuten länger dauert — und niemanden störts. Hilke Bultmann, die neue Dramaturgin für das Schauspiel, stellt im Laufe des Abends weitere Neue vor. Stellvertretend genannt sei Paul Brusa, denn er wird als Hamlet gleich eine Titelrolle übernehmen. Einen kleinen „Hamlet“-Auszug gab es zu sehen — samt einem Klavier, das keinen Spieler zum Tastendrücken braucht.

Tolle neue Stimmen melden sich

Zwei sind nicht da, sondern krank: Ulrich Kratz und Karl Schneider. Beide sind für die „Otello“-Premiere am 17. September eingeplant. Tolle neue Stimmen melden sich: Signe Heiberg und Regina Pätzer werden bei der Verdi-Oper begeistern, Dorothea Maria Müller als Evita. Es geht Schlag um Schlag durch die kommende Spielzeit. Das Ballett zeigt Auszüge aus „Aladin“ und der „Flügelschlag“-Wiederaufnahme, der Chor gewinnt unter dem neuen Leiter Phillip Barczewski an Dynamik. Großen Zuspruch ernten Martin Skoda, der das „Kontrabass“-Solo spielen wird, und Philip Richert für seine neuen Eskapaden als Lulu Mimeuse — da sind ausverkaufte Häuser gewiss.

Das „Weiße Rössl“, der turbulente Kompakt-Shakespeare, Franka Kraneis mit einem T.3-„Rusalka“-Ausblick und und und. Es wäre vieles zu nennen, aber sicher ist bei der Spielzeitgala nur eins: Nach der Gala wird gerockt, und da lässt Philip Richert mit seiner Band As You Like It — samt Bläsersatz — die Leute zappeln und entertaint, bis die Sperrstunde schlägt. oc