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Heiner Junghans bei den Proben zum neuen Stück des Theaters zur weiten Welt. Foto: nh
Heiner Junghans bei den Proben zum neuen Stück des Theaters zur weiten Welt. Foto: nh

Heiner Junghans spielt wieder in Lüneburg

Lüneburg. Die Liste seiner Stücke ist lang: „Woyzeck“, „Bandscheibenvorfall“, „Moby Dick“, „Frohe Feste“ und manches mehr. Vier Jahre war Heiner Junghans fest am Theater Lüneburg. Die Liste der Kilometer, die er seither mit dem Fahrrad abspulte, ist auch lang: mehr als 18 0000! Jetzt sitzt der Dresdner mit Wohnung in Berlin, die er seit Mai zweimal sah, in Lüneburg, trinkt einen Kaffee und wartet auf die Probe — eine Rückkehr als Gast.

„Am schwarzen See“ von Dea Loher

Gerufen hat ihn Raimund Wurzwallner vom Theater zur weiten Welt. Das hat sich ein ernstes Stück vorgenommen: „Am schwarzen See“ von Dea Loher. Dort treffen sich zwei Ehepaare mittleren Alters und gehobenen Lebensstils wieder, nach vier Jahren Pause. Es gibt einen tiefen Schmerz in ihrem Leben: Ihre Kinder fuhren hinaus auf den See, nahmen Schlafmittel ein und schlugen ein Leck in das Boot. Ihr Tod hat dem Leben das Leichte genommen, und alle anderen Risse im Alltag treten nun umso ärger in Erscheinung. Lohers Stück, 2012 geschrieben, zeichne, so die Ankündigung, „das Bild einer Gesellschaft, die keine Ziele kennt, die nicht weiß, wofür, warum und wohin“.

Heiner Junghans kommt gern zurück nach Lüneburg. Er ging ja nicht im Streit, er wollte anderes probieren, arbeitet nun frei. „Ich hatte nie das Gefühl, dass es nicht weitergeht“, sagt er. Das Unterwegssein liegt ihm, ob beruflich, wo er zuletzt am Mainfranken Theater Würzburg und beim Theatersommer Ludwigsburg beschäftigt war. Oder privat: Mit seiner Freundin schipperte er gerade in einem Motorboot zwischen Oder und Havel, aber das Fernweh packt ihn auch regelmäßig: „Ich hätt schon Lust, Amerika zu durchqueren“, sagt er, „oder Lateinamerika?“ Nun ist er erst einmal hier, freut sich; Kollegen wiederzutreffen.

T.NT-Premiere für die Regisseurin Laura Jakschas

Das Theater zur weiten Welt ist dabei, sich ein wenig neu zu sortieren. Das macht der Tod des Hausregisseurs Rüdiger Walter Kunze nötig. Die Regie für Dea Lohers Stück übernimmt Laura Jakschas. Die Hamburger Schauspielerin fügte ein Studium der Schauspieltheaterregie an ihre Ausbildung, inszenierte am Theater Osnabrück, der Landesbühne Niedersachsen Nord, dem Theater an der Glocksee in Hannover und mehr.

Geblieben ist das Kernensemble mit Birgit Becker, Agnes Müller und Raimund Becker-Wurzwallner, zu dem Junghans als guter Bekannter nun hinzugestoßen ist. Für die Ausstattung sorgt Frank Schönfeld. Die Premiere ist am Sonnabend, 15. Oktober, um 20 Uhr im T.NT des Theaters Lüneburg zu erleben. Aufführungen sind bis in den Januar geplant. oc