Dienstag , 27. September 2016
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Auf zu neuen Ufern

oc Lüneburg. Die Kunstschule Ikarus stellt sich neu auf. Leicht fiel der Schritt nicht, aber der Druck hin zu einer neuen Struktur wuchs. Rein ehrenamtlich war das Koordinieren von Kursen, die Suche nach Sponsoren, das Organisieren neuer Projekte und vieles mehr nicht länger möglich. Ikarus nutzte ein Programm des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, das ehrenamtliche Kunstschulen auf dem Weg zu mehr Professionalität unterstützt. Das Programm hat einen Namen: Marion Poetschke. Sie managt jetzt die  als Träger außerschulischer Bildung anerkannte  Kunstschule Ikarus.
Vorsitzende bleibt Margaretha Stumpenhusen. „Kunstschulen 2020  Neue Strukturen für kulturelle Teilhabe“ überschrieb das Ministerium das Modellprojekt, mit dem landesweit 14 Kunstschulen gefördert werden, von Achim bis Wunstorf. Überall geht es um Themen wie Konzeption, Organisation, Raumnutzung, Öffentlichkeitsarbeit oder Kooperationen. Insgesamt lobte das Land dafür 110 000 Euro aus. 10 000 Euro gehen, wie berichtet, nach Lüneburg.
Marion Poetschke stammt aus Leipzig, lebt seit vier Jahren in Lüneburg. Sie arbeitete als Projekt-Ingenieurin, absolvierte zusätzlich eine Ausbildung zur Mediengestalterin, drehte Industriefilme. Erfahren hat sie dabei, wie notwendig die Förderung der Fantasie ist, um Menschen die Neugier zu erhalten und die Lust am Forschen zu wecken. „Ich will einfach mit jungen Menschen arbeiten, sie in diese Richtung unterstützen“, sagt Marion Poetschke. Sie wird ein Jahr lang für zehn Stunden pro Woche aus dem Fördertopf des Landes bezahlt. Sie arbeitet von zu Hause aus, telefonisch ist sie unter 04131/ 2179781 erreichbar.
Sie zeichnen, malen, filzen, nähen, schnitzen, sie gestalten Bücher bei Ikarus und starten LandArt-Projekte. „Wir sind keine Kinderkunstschule“, betont Margaretha Stumpenhusen. Angebote richten sich auch an Jugendliche  und das muss auf Dauer nicht das Ende der Altersspirale bei den Kursteilnehmern sein. Thematisch reicht das Angebot über die Bildende Kunst hinaus. Ballettkurse, die Petra Müschen leitet, gehören als fachfremde Sparte zu den Rennern im Ikarus-Kursangebot. Traditionell ist die Kunstschule eng mit der Volkshochschule verbunden. Die wickelt die Anmeldungen zu den Kursen ab.
Sorge bereitet Margaretha Stumpenhusen nach wie vor die Raumfrage. Noch laufen die Kurse in zwei Kellerräumen im Uhrentrakt der früheren Musikschule, An der Münze. Das geht wohl noch bis zum Sommer. Doch mit dem Verkauf des Komplexes droht Ikarus Heimatlosigkeit, bis die Kulturbäckerei öffnet, was im Sommer 2014 der Fall sein soll. Ikarus wird aller Voraussicht nach zu den festen Nutzern des Gebäudes auf dem Gelände der früheren Standortverwaltung gehören. Es wird aber eine Zeit der Überbrückung geben.
Die Stadt, versichert Kulturreferent Jürgen Landmann, unterstützt Ikarus sowohl beim Weg zur Professionalisierung als auch bei der Raumsuche. Landmann hat zum Beispiel geeignete Räume beim Casino der ehemaligen Schlieffenkaserne im Blick. Der Standort wäre auch mit dem Bus erreichbar.