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Die Stadt schläft nicht

oc Lüneburg. Wer Lüneburg besucht, will Treppengiebel und Tausteine sehen, sich von Gotik und Renaissance einfangen lassen, von malerischen Winkeln und stolzen Kirchen. Historische Bausubstanz prägt Lüneburg, sie sorgt in hohem Maß für die Identifikation der Einwohner mit ihrer Stadt. Doch die Stadt schläft nicht. Sie wächst, weitet und wandelt sich. 50 Jahre Architektur und Stadtentwicklung vermittelt die Ausstellung „Neues Bauen in Lüneburg“ vom 8. März bis 28. April im Scharffschen Haus an der Heiligengeiststraße.
Zusammengesetzt haben sich Architekten, Stadtentwickler, Denkmalschützer sowie Vertreter des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg und des Ostpreußischen Landesmuseums. Zusammengetragen haben sie Stadt(entwicklungs)pläne, Modelle von Leuphana bis Hanseviertel und natürlich eine Fülle von Fotografien. Sie dokumentieren Ge- und auch Misslungenes. „Heute erleben wir eine neue Welle der baulichen Veränderung, die das Bild der Stadt prägen wird. Das neue Kaufhaus am Markt, das Wohnprojekt am historischen Hafen, das neue Museum, das Bildungs- und Kulturzentrum, „Wohnen am Wasserturm“, der Ausbau des Bahnhofsumfeldes, die Erweiterung des Klinikums, das neue Stadtquartier im Bereich der alten Standortverwaltung, die großflächige Überplanung der ehemaligen Schlieffen-Kaserne und, last but not least, das neue Zentralgebäude der Universität werden das Gesicht der Stadt verändern“, heißt es in der Ankündigung. Auch der Begriff dessen, was Innenstadt bedeutet, erweitert sich, zum Beispiel durch den Komplex mit der neuen Musik- und der St.-Ursula-Schule.
Die Ausstellung, die am 7. März um 19 Uhr eröffnet wird, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie will auch nicht über Ästhetik richten, sondern Tendenzen zeigen, Wege zwischen dem Historisieren, dem Anpassen und dem Mut zum Bruch zeigen, das Zeitgeistige aufdecken und letztlich die Diskussion befördern. Kuratoren der Ausstellung sind die Architekten Carl-Peter von Mansberg, Alex. A. Paskopulos, Armando Esfandiary, Ben Möller, Frank Möller und Nico Esfandiary sowie Denkmalpflegerin Cornelia Abheiden.
Der Ort der Ausstellung entspreche dem Skizzenhaften der Präsentation, so die Organisatoren. Das Scharffsche Haus, benannt nach dem früheren Eigentümer, befindet sich ebenfalls in einem Prozess des Wandels. Es wird Teil des um eine deutschbaltische Abteilung wachsenden Ostpreußischen Landesmuseums.