Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Ein Park für die Kunst

oc Bardenhagen. Noch herrschen hier Birken, Eichen, Buchen. Und natürlich deckt der Schnee den Park am Gut Bardenhagen zu. Aber zwei Stelen aus Stahl und ein „Lichtquadrat“ heben sich aus dem Weiß heraus. Sie bilden den Auftakt zu einem Park aus Skulpturen, der nach und nach auf rund 20000 Quadratmetern entstehen soll. In ein bis zwei Jahren soll die Kunst hier an der Kreisgrenze Stück um Stück die Landschaft erobern. Kurator ist der Maler Bernhard J. Oberhoffer, und er will professionell arbeitende regionale Künstler in das einer Galerie ähnelnde Konzept einbeziehen.
Den Auftakt hat ein Künstler aus dem Süden der Republik übernommen: Ben Muthofer. Der 1937 in Oberschlesien geborene, in Bayern lebende Künstler lehrte in St. Louis und Reykjavik, erhielt im Jahr 2000 den Bayerischen Staatspreis. Werke von Muthofer finden sich in großer Zahl im öffentlichen Raum und ebenso in Museen. Die Arbeiten des Bildhauers werden einer konstruktiv-konkreten Kunst zugerechnet. Mit weiß beschichteten, geschnittenen und gefalzten Stahlblechen erzeugt Muthofer Spannungen aus mal leicht, mal voluminös wirkenden Formen. Aufgefaltete Flächen korrespondieren mit dem Licht der Umgebung. dafür steht das 2,80 x 2,80 Meter messende „Lichtquadrat“. Muthofer-Stelen bekommen durch Drehungen und Verwindungen eigenen Charakter, zwei fünf Meter hohe Beispiele stehen jetzt im Gutspark.
„Ich gucke mir jetzt sehr viel an“, sagt Oberhoffer. Es solle eine „lebendige Geschichte werden“, nicht statisch, Werke sollen ausgetauscht werden können. „Es werden Wege angelegt, Tafeln aufgestellt“, auch an einen Katalog werde gedacht. Gage in Form von Ankäufen aber gibt es für die Künstler nicht direkt, der Skulpturenpark soll eher wie eine Galerie-Ausstellung funktionieren. Für korrekte Aufstellung und Pflege der Werke werde natürlich gesorgt, und bei Bedarf soll es auch Führungen geben  wenn der Skulpturenpark entsprechend gewachsen ist.
Noch ist das Projekt als offener Prozess zu sehen, und das soll bei Gelingen des Projektes auch so bleiben. „So ein Park wird nie fertig“, sagt Oberhoffer. Er ist per Mail erreichbar unter info@atelier-oberhoffer.de.