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Mucken und Kicken

oc Lüneburg. Seine Freunde kann man sich bekanntlich nicht immer aussuchen. Diese Freunde aber werden dem von Gönnern nicht gerade heimgesuchten LSK gut gefallen. „Meine Stadt. Mein Verein. Meine Musik“ überschreiben Lüneburger Rockmusiker ihre bundesweit wohl ziemlich einmalige Kampagne, mit der sie den gebeutelten Fünftklässler aus Wilschenbruch moralisch unterstützen, mit jeder Menge Livemucke, die auch ein Geld einspielt. Die runde Sache läuft seit einiger Zeit, blüht und gedeiht und führte jetzt zu einem Heimspiel auf dem Saal der Gasthausbrauerei Nolte. Vier Bands sorgten für eine lange Unplugged-Nacht – und die Allianz Mucken und Kicken geht weiter.

Die Idee kam Klatsch-WirtUlli Schröder, der mehr als 1000 Konzerte veranstaltet hat, und dem Gitarristen Kay Bergen, der bei gefühlt zehn Prozent der Klatsch-Konzerte auf der Bühne stand. Zwei alte Haudegen der Szene also, deren junger Pro-LSK-Kader eilends wuchs und wächst. Die Initiatoren wollen, wie sie auf der Homepage www.LSK-Kultur.de schreiben, „die zwei Kulturarten, die uns besonders am Herzen liegen und die wir unterstützen möchten, miteinander zu verbinden: Fußball und Musik“. Gesagt, getan. Ziel ist es, den arg existenzbedrohten LSK zu stärken, ihn in die Regionalliga Nord zu tragen und möglichst sogar die Spielstätte Wilschenbruch zu erhalten.

Das Ganze hat etwas von Graswurzelbewegung, von Schwarmintelligenz und Multikulti – und es funktioniert. Auf dem Nolte-Saal wippt der Professor mit, wenn Felix Bergen Stones-Titel singt, lässt ein volltätowierter Gesichtsberingter die Spendendose kreisen, und hält Vereinsboss Dietrich Conrad bis weit nach Mitternacht durch. An diesem Unplugged-Abend rocken Long’n‘ Roll, Karolina Kingdom, What’zz Up und die Peppones, bei denen kurzerhand Gastgeber Carsten Nolte den Kontrabass zur Hand nahm. Das machte durchweg Spaß, ging in die Beine wie das Bier in die Köpfe – aber es war ja ein „unplugged“-Abend, da geht es etwas gemäßigter zu.

Der Initiative könnte – wer weiß? – gelingen, dass der LSK so etwas wie Kult wird, egal in welcher Liga, das ist beim FC St. Pauli ja auch so. Wann und wo trifft man sich also, wenn Kicken und Mucken passen? Freitag, 22. März, 19.30 Uhr, Wilschenbruch: LSK gegen TuS Celle, anschließend ab etwa 21 Uhr im Vereinsheim Shity Beatles. Und am 1. Juni gehen Jessy Martens und die 1st Class Session auf den Platz.