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Lüneburg! Die Hände!

oc Lüneburg. Rockkonzerte, das muss man ja mal sagen dürfen, haben gelegentlich etwas von Kinderclub im Malle-Urlaub. Nie wird das so deutlich wie bei einem Konzert von Luxuslärm. „Lüneburg, die Hände!“ ruft Blondschopf Jini Lied um Lied: Alle klatschen, Hände in die Höh‘, schwenken die Arme nach links, nach rechts, gehen auf die Knie, hüpfen auf der Stelle, und alle singen mit, mal die Mädel, mal die Buben, mal die links im Saal, mal die rechts. Süßigkeiten gibt es außerdem wie beim Kindergeburtstag, allerdings nur für Jini. Wo andere Stars auf den Wurf von Unterwäsche oder wenigstens Kuscheltierchen hoffen, fliegen für die Rockröhre aus Iserlohn Gummibärchen auf die Bühne. Anders gesagt: Das war wirklich eine fröhliche Rockparty für 700 Luxuslärm-Freunde im Vamos.

Die Band steht für kompakten, unverkrampften, fröhlichen Deutschrock. Die Texte kreisen um das Thema „Leb deine Träume“, der Titel gehört zu denen, bei denen Textsicherheit im Saal garantiert ist. Die Melodien sind auf Eingängigkeit getrimmt, nichts ist kompliziert. Live wird alles eine Spur härter gespielt. In den konzentriertesten Momenten erreicht die Band soliden Hardrock-Status und kann Gitarrist Freddy Hau zeigen, was er draufhat, nämlich viel. Getragen aber wird die Band natürlich von Sängerin Jini Meyer, die allem Kranksein trotzt, den Pferdeschwanz baumeln lässt, die Stimme nicht schont.

2009 rockte Luxuslärm im Regen auf dem Markt, 2010 bei der Rocknacht in der Garage — die Band hat sich hier Fans von 18 bis 48 erspielt. Neue Songs kommen nicht schlechter an als „Carousel“, „Mehr Gewicht“, „Vergessen zu vergessen“ und anderes aus der noch recht jungen Bandgeschichte. 2014 folgt ein neues Album — samt Tour für Partykinder aller Altersklassen.