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Kinder brauchen ernste Themen

oc Lüneburg. Roman ist zehn Jahre alt, besitzt Talent zum Singen und möchte gern zum Thomanerchor nach Leipzig. Aber Roman kommt aus einer armen Familie, seine Mutter braucht ihn und auch seine kleine Schwester. Doch eines Tages macht sich Roman auf den Weg zum Bahnhof. Die Geschichte des Jungen erzählt Michael Müller in seinem neuen Stück „Draußen bleiben“. Es erlebt am Freitag, um 10 Uhr seine Uraufführung im T.3 des Theaters Lüneburg.
Der Plot erinnert ein wenig an den Film über Billy Elliot, den Jungen einer Arbeiterfamilie, der tanzen wollte. „Ja, das stimmt“, sagt Michael Müller, „aber ich habe beim Schreiben den Film nicht im Kopf gehabt.“ Müller, 1959 geboren, ist Theaterpädagoge und Dramaturg am Schauspielhaus Hamburg. Er hat mittlerweile einige Stücken für junge Zuschauer geschrieben und eine ganze Reihe von Preisen bekommen. Zum Beispiel „Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ über einen jungen Afrikaner, der illegal in Hamburg lebt. „Ich habe in meinen Stücken einen starken sozialpolitischen Anspruch. Ich glaube, Themen unserer Zeit wie jetzt das Thema der Armut sind für Kinder wichtig“, sagt Müller. Aber auch in einem sozialkritischen Stück müsse es Poesie geben, Humor und Hoffnung.
Was bedeutet Armut? Können Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen ihre Talente ebenso entfalten wie andere? Und wie lebt es sich, wenn ein Kind schon oft wie ein Erwachsener handeln muss? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich „Draußen bleiben“. Michael Müller hat in sein (Schultheater-)Stück vieles eingearbeitet, was er in Gesprächen mit Kindern erfahren hat. Sabine Bahnsen inszeniert das rund einstündige Schauspiel, das jungen Zuschauern ab acht Jahren empfohlen wird. Stück und Inszenierung werden von der Kulturstiftung des Bundes gefördert, im Rahmen von „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“, einem Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums und des Deutschen Literaturfonds.
Sebastian Brummer, zum ersten Mal in Lüneburg, spielt den Jungen Roman. Brummer ist freier Schauspieler und zwischen Bremerhaven und Karlsruhe aktiv. Dazu kommen Olga Prokot, die bereits in Produktionen des Lüneburger Theaters zur weiten Welt auftrat, und aus dem Ensemble Beate Weidenhammer. Für die Ausstattung sorgt Erwin Bode.