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Die Seemann geht von Bord

oc Lüneburg. Dieser Abend war mehr als eine ganz normale Mitgliederversammlung der Literarischen Gesellschaft Lüneburg. An diesem Abend im Heinrich-Heine-Haus verabschiedeten sich gleich mehrere, die das literarische Leben der Region zum Teil seit Gründungstagen der Gesellschaft vor 25 Jahren mitgetragen haben. Ein neuer Vorstand um Hannelore Krome sorgt für Kontinuität und will zugleich für neue Impulse sorgen.

Seit Herbst 1987 belebt die Literarische Gesellschaft das kulturelle Leben mit Lesungen, Vorträgen, Seminaren, Exkursionen und Diskussionsforen. Laut Satzung kümmert sich die Gesellschaft im Schwerpunkt um Autoren, die anspruchsvolle Literatur schreiben und über den Augenblick hinaus wichtig sein könnten. Wichtigster Partner dabei ist das im Heine-Haus angesiedelte Literaturbüro. Beide Einrichtungen, dazu das Heine-Stipendium, hatte der in Leestahl lebende Schriftsteller Heinz Kattner auf den Weg gebracht. Er hat sich aus der ersten Reihe seit Langem zurückgezogen, ist aber aktuell mit einer neuen Veröffentlichung präsent.

Stabil kann die Literarische Gesellschaft auf rund 150 Mitglieder bauen. Mit der langjährigen Vorsitzenden Renate Seemann gaben die Stellvertreterin Bettina Bertelsmann und Evelyn Schade, außerdem der später hinzugekommene Heino Frost, nun ihre Vorstandsposten in der Literarischen Gesellschaft ab. Hannelore Krome würdigte alle mit persönlichen Worten und bekam von ihrer Vorgängerin ein Päckchen mit adressierten Umschlägen, damit sie alle Mitglieder über die neue Entwicklung informieren kann.

In den neuen Vorstand zieht einer aus Anfangstagen wieder ein: Rainer Pörzgen ist nun Vertreter von Hannelore Krome, die bereits dem alten Vorstand angehörte. Neu hinzukommen Hanne Klatt, Dr. Maria Moss als Verbindung zur Leuphana Universität und Prof. Dr. Kai-Ingo Voigt. Außerdem wurde Anne Hamilton, Lektorin im zu Klampen Verlag, zur Leiterin des Programmausschusses gewählt.

Als nächste Veranstaltung, bei der die Literarische Gesellschaft und das Literaturbüro zusammenarbeiten, steht morgen, Freitag, die ausverkaufte Lesung von Taiye Selasi im Roy Robson Konzepthaus auf dem Plan. Es folgen zwei Termine, die sozusagen Eigengewächse der Gesellschaft sind: Am Dienstag, 21. Mai, um 20 Uhr wird im Heine-Haus zu „Heines Ankunftstag“ in Lüneburg der Schauspieler Henning Karge Texte und Zeugnisse über die Lüneburg-Zeit des Dichters lesen. Erläuterungen steuert Rainer Pörzgen bei. Und am 16. Juni, zum „Bloomsday“, wird um 20 Uhr im Café Klatsch unter dem Titel „Poldy und Molly“ von Erika Döhmen und Rainer Pörzgen eine Textcollage gelesen, musikalisch umrahmt durch die Salty Shores.