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Heiterkeit und Tiefsinn

oc Lüneburg. Sie zeigt zurzeit eine große Ausstellung im Heinrich-Heine-Haus, wird im Juli 80 Jahre alt und bekam nun den Kulturpreis der Stadt Lüneburg, den Dr.-Hedwig-Meyn-Preis: Brigitte Kranich aus Toppenstedt erntet, was sie in Jahrzehnten säte. Ihr Kunst ist unverwechselbar, in der Technik wie in der Sprache von Farben und Formen. Bürgermeister Eduard Kolle überreichte der Künstlerin den in diesem Jahr mit 3000 Euro dotierten Preis im Heine-Haus.

Brigitte Kranich ist die insgesamt 20. Preisträgerin der Auszeichnung, die an Bildende Künstler, Autoren und Architekten gehen kann, wenn diese in der Region leben oder sich für sie hervorgetan haben. So wollte es die 1997 gestorbene Lüneburger Sozialrätin in ihrem Vermächtnis, das der Stadt wie ein überraschendes Geschenk zufiel. Dass sich Lüneburg in einem überdurchschnittlichen Maß über die Kultur definiere, hob Kolle bei seiner Begrüßung hervor. Laudatorin Barbara Westphal, Meyn-Preisträgerin des Jahres 2009, würdigte Heiterkeit, Tiefsinn und Sensibilität, die aus den Bildern und auch aus den Texten der Künstlerin sprächen.

Brigitte Kranich selbst, die sich als Autodidaktin eine eigenständige Form von Kunst erarbeitet hat, erinnerte daran, dass sie vor 40 Jahren zum ersten Mal in Lüneburg ausstellte, in der damaligen Galerie der Buchhandlung Heliand. Bei Renate von Stern, In der Techt, waren ihre Bilder oft zu sehen, ihre Werke zur Bibel kamen in die Johanniskirche, und zum 70. Geburtstag hatte das Fürstentum-Museum der Künstlerin eine Werkschau gewidmet. Kranich erläuterte die für sie charakteristische Technik des Linoldrucks mit Ölfarben auf einem Papier, das für sie in Japan hergestellt wird, und auch die mit Liebe zum Detail produzierten Federzeichnungen, die mit Acrylfarben die typische, harmonische Wirkung erhalten.

Die herzenswarme Kunst der Brigitte Kranich ist, mit Bildern und Künstlerbüchern, noch bis zum 20. Mai im Heine-Haus zu sehen, sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr.