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Wer guckt denn da?

oc Lüneburg. Als die beiden Kollegen Lüneburg erreichen, streikt ihr Auto. Dumm, dass sie kein Geld zum Shoppen und keines für die Reparatur haben. Sie stranden bei Roy Robson und bei der Leuphana, versuchen sich als Straßenmusiker und als Soldat. Aber da sie Laurel und Hardy bzw. Stan und Ollie heißen, lässt sich erahnen: Da klappt nicht viel. Stan und Ollie, das sind in Deutschland Dick und Doof, und in Lüneburg heißen sie im wahren Leben Alexander Eissele und Lothar Nierenz. Als Blues Brothers haben sie vor drei Jahren einen satten Erfolg hingelegt, jetzt kommt eine neue Koproduktion von Theater und Musikschule: „Stan & Ollie – Auf Reisen“, eine Revue von Matthias Herrmann. Premiere im T.3 ist am Donnerstag, 30. Mai.

„Wir haben nach unserer Blues-Brothers-Zeit lange nach etwas Passendem gesucht“, sagt Lothar Nierenz, der eigentlich Geiger ist und stellvertretender Direktor der Musikschule. „Dann kamen wir auf Dick und Doof – das können wir beide, also eigentlich jeder jede Rolle!“ Kompagnon Alexander Eissele spielt bei den Lüneburger Sinfonikern Klarinette und ist als Bigband-Leiter aktiv, unter anderem mit der Young Generation Big Band, die wiederum ein Gewächs der Musikschule ist. Musiker der Band spielen bei der Stan & Ollie-Revue.

Matthias Herrmann, Schauspieler im Lüneburger Theater-Ensemble, hat das Stück geschrieben. Er entwarf in knapper Form Szenen, wie sie typisch sind für das berühmteste Komiker-Duo der Geschichte, das viele seiner Ideen den Paddeligkeiten des Alltags entnahm. Stan Laurel (1890-1965) und Oliver Hardy (1892-1957) drehten mehr als 100 Filme. Sie liefen im Kino und in immer neuem, meist verhunzendem Zuschnitt als TV-Ware.

Für die Lüneburger Revue suchte das Trio Herrmann/Nierenz/Eissele gemeinsam nach passender Musik. Sie wird im Kern den „Dance of the Cuckoos“ aufgreifen, der seit 1930 zu einer Art Leitmelodie des Komiker-Duos wurde. Es geht musikalisch aber bis nahezu in die Gegenwart.

Matthias Herrmann hat die Szenen so geschrieben, dass sie für die nicht gelernten Schauspieler Eissele und Nierenz umsetzbar sind. Jetzt tüfteln sie an Mimik und Gestik, an Schrittfolgen und Timing – also an all den Dingen, die seit der Slapstick-Zeit entscheidend sind für den Erfolg. „Man muss wie bei der Musik eine Art Partitur im Kopf haben. Aber als Musiker haben wir kein Bewegungsgedächtnis“, sagt Lothar Nierenz. Das fordert nun Konzentration, Ausdauer und Geduld.

„Oliver Hardy hat vier Jahre gebraucht, bis er verinnerlicht hatte, was Stan Laurel von ihm wollte“, sagt Regisseur Matthias Herrmann. Das Lüneburg-Team hat gut vier Wochen Zeit. Unterstützt wird es von der Choreographin Heidrun Kugel. Ihr TanzJugendClub wird mitmischen, wenn die Herren, die Stan und Ollie heißen und einen Dick-und-Doof-Comic mit sich führen werden, Lüneburg erreichen.