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Über die Macht der Moneten

ff Lüneburg. Theater und Musik, Bildende Kunst, Literatur, Film — Kultur ist in Lüneburg und Umgebung in vielen Facetten präsent. Am 21. Mai war dieser Reichtum amtlich und offiziell, denn die UNESCO hatte (im Jahre 2001) den 21. Mai zum „Welttag der kulturellen Vielfalt“ erklärt. Bundesweit wiederum wurde zum dritten Aktionstag „Kultur gut stärken“ ausgerufen, zu dem 300 Veranstaltungen gemeldet waren. Eine davon: Im Lüneburger Glockenhaus gestaltete der Verein AlltagsKultur um dilli Dillmann Ausstellungen, ein Konzert und — als Höhepunkt — eine Lesung Rolf Becker.

Dilli Dillmann, Inge Heck, Paula Thran-Böhm, Kurt Bader, Antje Hoops und Ana Maria Muosz zeigten ihre Arbeiten zunächst in der Form einer klassischen Ausstellung. Im Mittelpunkt standen Kommentare zur gesellschaftspolitischen Entwicklung in Text und Bild. Kostprobe: „Warum müssen diese Jugendlichen immer die Wände versauen? Gönnt Ihnen die Wände, die Alten versauen die ganze Welt“. Anschließend wollten die Künstler/innen durch die Altstadt ziehen, um ihre Werke unter den Blicken der Passanten zu entwickeln und zu präsentieren. Das Vorhaben fiel dem Regen zum Opfer. Das Trio „Barbara — Strings Voices“ präsentierte dann planmäßig seine Akustikballaden im Glockenhaus.

Künstlerische Vielfalt ist schön und gut — aber ohne Geld wird alles nichts. Eine Performance von Ana Maria Muosz und Kurt Bader drehte sich um die Kommerzialisierung des Daseins und den Ausverkauf des Lebens. Die Macht der Moneten — eine moderne Zeiterscheinung?

Kaum. Der Hamburger Schauspieler Rolf Becker führte in seinem „Literarischen Streifzug zur Entwicklung von Geld und Kapital“ zurück in die griechische Antike, zu Aristoteles, Sophokles, und Aristophanes. Schon vor mehr als zweitausend Jahren gab es ein ausgesprochenes Unbehagen darüber, den Wert der Dinge in künstlicher Währung zu messen — von der Gier, die das Geld auslösen musste, ganz zu schweigen. Und dass die internationalen Verflechtungen der Finanzmärkte wie ein Flächenbrandt ganze Länder ruinieren kann, ist ebenfalls keine Neuigkeit aus der Euro-Zeit: Bereits im alten Rom herrschte große Sorge, dass der Bankrott asiatischer Kolonien (gemeint war etwa die Türkei) bis in das Machtzentrum des Abendlandes hineinwirken kann.

Natürlich durfte in Beckers Lesung der Brecht-Klassiker aus der Dreigroschenoper nicht fehlen: „Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?