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Zwölf Monate, zwölf Städte

tl Lüneburg. Ursprünglich hatte Dirk Michael Habor von der Buchhandlung Perl die Lesung in seinen Räumen in der Bäckerstraße angesetzt – doch eine Frau, die bei Günther Jauch eine halbe Million gewonnen hat, anschließend auf Weltreise ging und nach erfolgreichem Blog im Internet auch noch ein Buch hinterherschob, solch eine Frau zieht die Leser an. So war Habors Entscheidung, die Lesung von Meike Winnemuth ins Glockenhaus zu verlegen, mehr als folgerichtig. Ausverkauft war der Abend, mehr als 230 Zuhörer lauschten den Ausführungen der 52-jährigen Journalistin.

„Das große Los. Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ heißt das Buch, das es sich in den Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste gemütlich gemacht hat. Der Autorin ist klar, dass nicht jeder kurzerhand den Globus umrunden kann. „Ich habe das Buch geschrieben, um möglichst viele Leute auf dumme Ideen zu bringen, wie immer die auch aussehen mögen“, sagt sie im Glockenhaus und erntet freundliches Gelächter. Dabei liest sie aus einzelnen Kapiteln ihres Buches, streut die eine oder andere Anekdote ein, und schnell wird deutlich, dass es der Autorin gar nicht so sehr um die Reise an sich geht, sondern um die Chance, ausgetretene Pfade zu verlassen.

„Das kann jeder, davon bin ich überzeugt – es kommt nur auf das Wie an“, sagt Meike Winnemuth, die eigentlich Hamburgerin ist, derzeit aber in München arbeitet. Die Lesung selbst endet nach etwa einer Stunde, die Fragezeit ist eröffnet. Und die Anwesenden lassen es sich nicht nehmen, Winnemuth mit Fragen zu löchern. Wo war es am schönsten? „Am schönsten war es, überall dagewesen sein zu dürfen.“ Würde sie es beim nächsten Mal wieder so machen? „Ja.“ Stimmt es, dass sie demnächst wieder zwölf Städte in zwölf Monaten besucht, aber dann in Deutschland? „Ja.“ Wird Lüneburg dabei sein? „Mal sehen …“.

Meike Winnemuth hat sich ihren Traum verwirklicht. Man gönnt es ihr, sie wirkt geerdet, sympathisch, vielleicht sogar etwas altersweise. Ihr Wunsch sei es, so viele Menschen wie möglich an diesem Traum teilhaben zu lassen. Man nimmt ihr ab, dass sie sich freut, wenn sie den einen oder anderen animiert hat, das eigene Leben ein bisschen zu verlassen. Muss ja nur ein bisschen sein.