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Die Kunst des Loslassens

aat Lüneburg. Vor über zehn Jahren fiel ihr auf, dass sie bereits beim Aufwachen stressige Gedanken hatte, und wenn sie so harmlos schienen wie jener: „Ich muss aufstehen, ach wie doof“. Während eines Seminars, in dem die vor allem als TV-Schauspielerin bekannte Ina Rudolph per Zufall die Methode „The Work“ von Katie Byron kennenlernte, machte sie sich klar, dass sie mit ihren Gedanken stets auch neue Situationen bewertet. Die Folge: Verstimmung, Ärger, Stress. Wie Ina Rudolph gründlich lernte, negatives Gedankengut loszuwerden, beschreibt sie in ihrem Buch „Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?“. In der Buchhandlung am Markt stellte sie es vor.

Ina Rudolphs fasst ihre Methode des Loslassens prägnant zusammen. Wie die vielbeschäftigte Autorin und Lesungs-Reisende, die seit vielen Jahren „Work“-Seminare und Anti-Stress-Beratung in Gruppen- und Einzelsitzungen anbietet, gut gelaunt erklärte, gelte es im Prinzip, sich selbst vier Fragen zu stellen: Dem Nachdenken darüber, welche Gedanken großen Stress verursachen, folge die erste: „Ist das denn wahr, was Du glaubst?“

Der gefundene Stressgedanke scheint wie von selbst zu antworten: „Ja, das ist wahr für mich!“ Darauf folgt: „Ist es hundertprozentig wahr?“ Schon arbeite der Verstand und suche nach den wenigen Prozenten, die vielleicht nicht wahr sind. Und die Antwort lautet folglich: „Nein“. Die dritte Frage ergiebt sich daraus: „Wie reagiere ich, wenn mein Stressgedanke auftaucht?“ Und viertens: „Wie wäre es ohne diesen Stressgedanken?“. Dann, so Ina Rudolph, falle der Tunnelblick plötzlich weg, es passiere die so genannte erste Umkehrung der Fragen: Ohne negativen Gedanken hätte man kein Problem.

Zweite Umkehrung der Fragen: Die Situation, die den Stressgedanken hervorgebracht hat, positiv zu sehen. Zu überlegen, was ich daraus lernen kann, welche Vorteile diese zuvor so stressig eingestufte Tatsache für mich bringen könnte. Und im Jetzt leben zu können, ohne sich mit negativen Gedanken und Gefühlen Stress zu machen, das ist für Ina Rudolph das Wunderbarste.

Im Publikum befanden sich Zuhörer, die ganz ihrer Meinung waren, die seit Jahren mit Erfolg Katies Methode praktizieren. Und andere, die etwas andere Erfahrungen gemacht haben, denen Katie Byrons Methode zu langwierig ist. Ina Rudolph ließ keinen Zweifel daran, dass sie von ihren eigenen Erkenntnissen mit dieser Methode spricht, wenn sie meint: Wer die „Work“ gründlich immer wieder praktiziere, habe Erfolg.

Wie sie das tut, zeigen ihre anschaulich formulierten Gedanken und kurzen Geschichten, in denen sie die „Work“ einflechtet, über Situationen, in die jeder geraten und sich immer wieder ärgern kann. Katies Byron schrieb für Ina Rudolph das aufmunternde Vorwort.