Donnerstag , 29. September 2016
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Die Sonne ist nicht zu ersetzen

lkö Lüneburg. Die Sonne strahlt, barfuß streifen tausende Besucher über den grünen Rasen, sie haben bunten Glitzer im Gesicht, tanzen, nippen an ihrem Bier, nicken mit dem Kopf im Takt der Musik. Am Freitag, 7. Juni, schallten noch fette Hip-Hop-Bässe über das Gelände des lunatic-Festivals an der Leuphana, am Sonnabend, 8. Juni, kamen die Freunde der elektronischen und der Indie-Musik auf ihre Kosten.

Trotz der rhythmischen Sounds von This Void, die auf der kleineren Bühne auf der Spielwiese auftreten, möchte noch keiner so richtig aufstehen und tanzen. Es ist zu gemütlich, im Gras zu sitzen und die Sonne zu genießen. Das ändert sich schlagartig, als I Heart Sharks die Hauptbühne betreten. Tanzbarer Indieelektro, das gefällt der Menge. „Make it stop, make it stop“, singt Pierre Bee, „Bitte nicht aufhören“ scheinen sich die Tanzenden zu denken, werfen mit Konfetti, und springen ausgelassen im Takt. Jannike Dedow ist zum ersten Mal auf dem lunatic. „Ich finde es super“, verkündet die 17-Jährige, „gestern fand ich Foreign Beggars am besten, die haben richtig Stimmung gemacht.“

Nicht weit von der tanzenden Menge entfernt hat es sich Thomas David auf einem Sofa bequem gemacht und schaut Videos: „Die Kombination aus der Musik im Hintergrund und der künstlerischen Darbietungen im Kinoformat gefällt mir.“ Der UmbauWagen ist Teil der +art, der Kunstaktion auf dem lunatic. Während des Festivals werden hier Kurzfilme gezeigt. „Viele kommen vorbei, setzen sich dazu. Zu einigen Filmvorführungen kamen die Künstler vorbei, sodass sich lockere Gespräche entwickelt haben“, erzählt Luisa-Lisanne Forck vom Spielwiesenteam. Olaf Subke war schon oft auf dem lunatic Festival, dieses Jahr sagt ihm nicht nur das Line up und die entspannte Atmosphäre zu: „Mir gefällt das +art Projekt sehr, ich finde es gut, dass lokale Künstler unterstützt werden.“ Der Kubus auf dem Hauptgelände, der von verschiedenen Künstlern bearbeitet wurde, ist jetzt fast fertig. Marcel Hermann alias Human Flashboy sprayt noch für den Feinschliff. Seine Arbeit sticht hervor, denn er hat Nägel in den Kubus geschlagen und dazwischen Fäden gespannt. Sein Werk zeigt ein futuristisches Sciene-Fiction-Schiff, allerdings schwimmt es nicht, sondern fliegt: „In meiner Fantasie gibt es kein Wasser.“

Eine blaue Mülltonne rollt vorbei. In ihr sammeln sich hunderte Pfandbecher. Die Spende unterstützt Trinkwasserprojekte in Uganda und Indien. „Letztes Jahr haben wir circa 1200 Becher gesammelt, ich hoffe dieses Jahr werden es noch mehr“, sagt Mario Dreseng von Viva Con Agua, eine der vielen Initiativen, die ihre Stände auf der Spielwiese aufgebaut haben.

Das Festival neigt sich dem Ende zu, Lunautin Sarah Harraß ist erschöpft und erleichtert: „Es hat alles so gut geklappt und das positive Feedback von den Besuchern freut mich am meisten.“ 230 Helfer waren rund um die Uhr unterwegs, damit alles funktionierte. „Die Harmonie im Team war klasse“, findet Paol Gross. Der Student kann es noch nicht so richtig glauben, dass das Festival jetzt vorbei sein soll: “ Das gleichzeitige Studieren ist völlig in den Hintergrund getreten, die Arbeit mit dem lunatic hat sich eher angefühlt wie ein richtiger Job.“