Aktuell
Home | Kultur Lokal | Hier wird für die Kunst gebaut
3325376.jpg

Hier wird für die Kunst gebaut

oc Lüneburg. Es staubt, es lärmt. Steine kollern in eine Karre, Wänden wird unter den Putz geguckt, das ganze Haus trägt ein Korsett. Außen und innen wird malocht, es geht jetzt endgültig voran: Für drei Millionen Euro entsteht nah der Rabensteinstraße gleich neben dem Speicherhauscafé ein neues Zentrum für Kunst, Theater und mehr – die Kulturbäckerei. Nach langen Planungen, nach dem symbolischen Ein-Euro-Verkauf an die Lüwobau wachsen nun im jungen Hanseviertel Ateliers, Probebühnen, ein Saal von 260 Quadratmetern, Büroräume, Lagerflächen und mehr.

Es bleibt nicht mehr viel übrig von der alten Standortverwaltung, das Bild der Garnisonsstadt Lüneburg zerbröselt weiter. Aus Lagern und Speichern wurden schicke Wohnungen, ein Produzent für Orthopädietechnik hat sich angesiedelt. Und dort, wo über Jahrzehnte das Kommissbrot aus dem Ofen kam, werden ab Spätsommer 2014 nur noch die Fronten und Verfliesungen von drei Backöfen an die alte Nutzung des Gebäudes erinnern. Stattdessen sollen Maler, Bildhauer und Schauspieler das Leben im Haus formen.

Für Oberbürgermeister Ulrich Mädge ist die Kulturbäckerei ein ganz wichtiger Baustein für die Lüneburger Kulturszene. Carsten Junge von der Sparkassenstiftung, der künftigen Betreiberin, bereitet die konkrete Nutzung vor. „Es liegen uns rund 100 Anfragen aus den verschiedensten Bereichen der Kulturszene vor“, sagt Junge. Geplant sind rund zehn Ateliers zwischen 20 und 60 Quadratmeter sowie ein Theater-Probenbereich von rund 180 Quadratmeter mit Platz für Requisiten. Dazu kommen fünf Räume im oberen Geschoss für die Kunstschule Ikarus, fünf Büro- und im Keller rund 20 Lagerräume. Platz für Ausstellungen entsteht auf beiden Geschossen. Der Saal lässt sich für Veranstaltungen nutzen: Kammermusik, Jazz, Lesungen etc. – immer verbunden mit der Auflage, dass wegen der Anwohner der Abend nicht lang wird.

„Es soll ein Ort entstehen, in dem viele verschiedene Dinge gemacht werden können“, sagt Carsten Junge – auch seien die Ateliers etwa in der Größe veränderbar. Eine konkrete Ausschreibung für künftige Mieter soll im Herbst/Winter 2013 auf dem Tisch liegen. Parallel abgearbeitet werden all die formal nötigen Dinge wie eine Hausordnung und die Frage, wer am Abend als letztes den Schlüssel umdreht.

Möglich sei der gesamte Umbau nur, weil zwei Drittel der Bausumme aus der Städtebauförderung kommen, betont Oberbürgermeister Mädge. Eine Million Euro investiert die Stadt für das Kulturzentrum. Ausführender Architekt ist Frank Plesse. Er kümmert sich mit seinem Team zum Beispiel darum, dass im Obergeschoss mit großen Dachfenstern und einem Lichtband im Giebel Helligkeit geschaffen wird. Die Ateliers werden eine Grundausstattung bekommen, das gilt auch für die öffentlich nutzbaren Räume. Für Licht, Bestuhlung etc. sorgt die Sparkassenstiftung.

Immer wieder Thema ist die Kulturbäckerei auch beim Kulturstammtisch. Er wählte auf seiner jüngsten Sitzung kurzentschlossen zwei Vertreter der Sparten Kunst (Ina Seifert) und Theater (Raimund Becker-Wurzwallner) – als Ansprechpartner für den Architekten.