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Tanzen, singen, feiern

oc Lüneburg. Mit Le Fly macht man ja bei einem Festival alles richtig. Mehr Party, frech und fröhlich, mehr „St. Pauli Tanzmusik“ geht nicht. Und die sechs Herren plus Affenmann legten denn auch beim Blue Sapphire Festival auf dem Lüneburger THW-Gelände einen gewohnt krachend kajolenden Auftritt hin. Gute Laune pur am Ende eines rockigen Tages, für den der THW sorgte und für den fast alles richtig gemacht wurde.

Die Bühne, der Sound, das Gelände, das Drumrum, alles war mit Liebe und Sorgfalt vorbereitet fürs Publikum und für sechs Bands, die an der Dorette-von-Stern-Straße ab dem frühen Nachmittag die Welt zwischen Punk und Ska bespielten. Doppelgarage, Drei Meter Feldweg, Dreadnut Inc., Still In Search und Liedfett sorgten für steigende Begeisterung beim Publikum. Da aber lag das Problem:

Freundlich geschätzt, kamen 250 Leute zu dem Festival, das eine 1 vor den 250 verdient hätte. Es ist offensichtlich nicht leicht mit den Open-Airs in Lüneburg. Weder hatte im vergangenen Jahr das Lüneburger Rockfest in Luhmühlen den erhofften und benötigten Zuspruch noch das LSK-Festival vor wenigen Wochen in Wilschenbruch.

Großartig, wenn sich dennoch Aktive finden, die immer wieder einen Anlauf unternehmen und den organisatorischen Aufwand plus das finanzielle Risiko für ein Open-Air-Fest tragen. Beim Blue Sapphire Festival hatten sich die Organisatoren vielleicht zu sehr auf Infos im Netz verlassen. Es gab da eine Homepage, irgendwann einen Facebook-Eintrag. Aber Plakate ab Mai in der Stadt hätten vielleicht auch gut getan und das eine oder andere klassische PR-Geschäft. Sicher ist auch ein Datum in den Sommerferien bei einem Line-Up, das auf Studenten und jünger zielt, nicht frei von Risiko. Und und und. . . Hinterher schlaumeiern ja alle, und diejenigen, die nur zum Beobachten kommen, sowieso.

Was also bleibt? Das war ein gutes Festival, und nicht nur, aber besonders Le Fly brachten die kleine Menge zum Tanzen, Singen, Feiern. „Wir wollen nach Rio“, shouten die Jungs. Aber das Gute liegt manchmal auch ganz nah. Man muss es nur sehen – und hingehen.