Aktuell
Home | Kultur Lokal | Am Rande des Waldes
3417680.jpg

Am Rande des Waldes

oc Hitzacker. Über der Tür zu seinem Atelier im Gartower Forst hing, so ist zu lesen, der Titel eines Duke-Ellington-Stücks: „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“. Das war wohl eine Art Motto im Leben und Kunstschaffen von Werner Götz. Der 1942 in Würzburg geborene Götz ist Anfang Mai gestorben, über Jahrzehnte hat er die Kunstszene im Wendland mitgeprägt. In Hitzackers Kunsthalle Oktogon erinnert ab Sonntag, 21. Juli, eine Ausstellung an den Künstler: „So Am I“.

Auf seiner Homepage (www.wernergoetz.de) bezeichnet sich der Maler und Bildhauer als „Künstler am Rande des Waldes“. Das galt für sein Wohnen und für sein Wirken. Götz war immer präsent, aber nie im Zentrum des Kunstmarkts. Im Wendland, wo es Raum für die kreativen Geister jenseits von Markt und Mainstream gab und gibt, war Götz eine bedeutende Figur.

Götz hatte an der Hochschule für bildende Künste in Berlin Malerei und Lithographie (bei Fred Thieler) studiert, ab 1964 befasste er sich auch mit plastischen Arbeiten. In den 70er-Jahren zog er, wie so manch Berliner Künstler, ins Wendland und bezog ein ehemaliges Forsthaus.

Von Werner Götz stammen große Skulpturen aus Holz, Stein und Stahl, mit einer Klangskultur war er 1999 im Lüneburger Kurpark vertreten. Götz sorgte in Gartow mit einer Dampfwalzen-Druckaktion für Aufsehen, und er hatte in Wolfsburg Stress, weil dort Kunst von ihm und Kollegen versehentlich zerstört wurde.

Werner Götz hat auch eine Fülle kleinerer Formate in Grafik, Bild und Zeichnung erstellt. Aus dem umfassenden Werk und Nachlass hat der Kunstverein Hitzacker Bilder, Collagen und Skulpturen ausgewählt. Die Ausstellung versteht sich nicht als Retrospektive, sondern zeigt eine Auswahl ganz unterschiedlicher und zum Teil noch nie gezeigter Arbeiten. Eingerichtet wird sie von der Künstlerin und Götz-Lebensgefährtin Sabine Motta und von seiner Tochter Anna Lilly. Sie ist auch dabei, einen Ort der Erinnerung und der Wertschätzung für Werner Götz zu schaffen.

Anna Lilly Götz liest bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonntag um 11 Uhr einen Text ihres Vaters: „Synopsis – als Weg ohne Ziel“. Die Kunsthalle Oktogon, Am Landgraben 1, öffnet bis 17. August donnerstags bis sonntags, 15 bis 18 Uhr.