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Rat muss mal wieder übers Audimax reden

ca Lüneburg. Im Ziel sind sich alle Parteien im Rat einig: Der Zuschuss der Stadt für den Bau des Audimax der Uni darf die vereinbarten fünf Millionen Euro nicht übersteigen. Trotzdem stellten die Linken und die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne gestern Anträge zum Thema bei der Sitzung im Huldigungssaal.

Michèl Pauly (Linke) wollte die Verwaltung beauftragen, den Zuschuss nur dann auszuzahlen, wenn die Uni einen vom Land mitgetragenen Finanzierungsplan vorlegt und sie zudem darlegt, wie sie die zu erwartenden Kostensteigerungen auffangen will. Sicher müsse sein: „Die Fertigstellung des Zentralgebäudes ist ohne einen zusätzlichen Zuschuss der Hansestadt gesichert.“ Selbst bei höheren Baukosten. SPD und Grüne hingegen sehen die geschlossenen Verträge als so eindeutig an, dass nichts nachverhandelt werden muss: Geld fließe nur nach Prüfung, und mehr gebe es auch nicht.

Pauly fühlt sich von der Uni „getäuscht“: Vize-Präsident Holm Keller habe zugesagt, dass die Finanzierung stehe, und er habe „hoch und heilig versprochen, es gibt keine Kostensteigerung“. Inzwischen scheint klar, der von Daniel Libeskind geplante Bau wird voraussichtlich um 7,7 Millionen Euro teurer als bisher veranschlagt. Pauly sieht für die Stadt die Gefahr, in Zugzwang zu geraten: Bröckelt der Finanzierungsplan, könne niemand Interesse an einer Bauruine haben. Dann könne sich die Stadt, argwöhnt Pauly, möglicherweise einem weiteren Zuschuss nicht entziehen.

Friedrich von Mansberg (SPD) warf Pauly vor, ihm gehe es zuvörderst um Kritik an der Uni und Keller. Ähnlich äußerte sich Dr. Gerhard Scharf für die CDU. Doch er hatte wie auch von Mansberg keine Zweifel, dass die Uni mit ihren Partnern wie dem Land die Kosten bewältigen werde. Birte Schellmann mahnte für die FDP an, dass die Stadt auf keiner „Ruine“ sitzenbleiben, aber auch nicht mehr als vereinbart überweisen dürfte.

Sebastian Heilmann gab sich für die Grünen zunächst ironisch, er bedankte sich bei den Linken, dass sie wieder einmal dafür gesorgt hätten, dass der Rhythmus der Audimax-Diskussion nicht unterbrochen werde. Wie auch Pauly hält Heilmann das Finanzkonzept der Uni zwar für „nicht ganz koscher“, es bestünden Fragen. Doch die Stadt gebe lediglich Geld für einen Bereich, den sie auch nutzen wolle. Und: Zusätzliches Geld aus dem Rathaus fließe nicht. Das unterstrich auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der zudem betonte, dass Land habe sich zur Leuphana bekannt. Zudem sei es nicht Sache der Stadt, einen Finanzierungsplan für die Uni zu beschließen.

Die Mehrheit ließ den Antrag der Linken durchfallen.