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Wird das Tierheim erweitert?

as Lüneburg. Ausgesetzte und aufgefundene Tiere aus Stadt und Landkreis Lüneburg finden im Tierheim an der Bockelmannstraße Aufnahme und werden vermittelt. Laut Tierschutzverein, der das Haus seit 1983 führt, werden pro Jahr bis zu 1500 Hunde, Katzen und Kleintiere versorgt, davon bis zu 1200 Tiere vermittelt oder an den Besitzer zurückgegeben. Künftig könnte die Einrichtung weiteren Zulauf bekommen, denn der Landkreis Lüchow-Dannenberg überlegt, dort Fundtiere, geschundene Tiere und gefährliche Hunde unterzubringen. Karsten Pasemann, Vorsitzender des Tierschutzvereins, bestätigte gegenüber der LZ: „Eine Anfrage besteht, aber es ist vorerst noch nichts entschieden.“

Zu Hintergründen einer möglichen Kooperation mit dem Tierheim Lüneburg erläutert Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz: Bisher hätten die drei Samtgemeinden im Landkreis Fundtiere zum Beispiel übergangsweise in Zwingern auf Bauhöfen untergebracht. Geschundene Tiere, für die das Veterinäramt des Landkreises Lüchow-Dannenberg zuständig ist, seien in Privatinitiativen oder in die Tierheime anderer Landkreise vermittelt worden.

Vor einigen Monaten begann dann die Debatte um den eventuellen Bau eines Tierheims oder eine mögliche Kooperation mit Tierheimen in anderen Landkreisen. Auslöser sei die Tierhilfe Wendland gewesen, die in einem Fachwerkhaus in Jameln vornehmlich ausgesetzte Katzen sowie andere Fundtiere betreut habe. „Ein Mitstreiter, dem das Haus gehört, hat sich von der Tierhilfe getrennt und will, dass diese den Hof verlässt“, erläutert Landrat Schulz. Daraufhin habe die Leiterin der Tierhilfe Wendland gefordert, dass sich die öffentliche Hand um eine Bleibe für Tiere kümmert. Desweiteren macht das neue niedersächsische Hundegesetz, das im April in Kraft trat, Überlegungen notwendig. Danach müssen die Veterinärämter gefährliche Hunde prüfen. „Gegebenenfalls werden diese eingezogen und müssen untergebracht werden“, verdeutlicht Landrat Jürgen Schulz.

Der Landkreis und die drei Samtgemeinden haben daraufhin die Möglichkeiten der Unterbringung von Hunden und Katzen diskutiert. Ein geeignetes Grundstück für ein Tierheim sei nicht gefunden worden, zudem hätten dafür Kosten bis zu 600 000 Euro zu Buche geschlagen. „Unser Veterinäramt hat daraufhin beim Tierheim Lüneburg angefragt. Dort trafen wir auf offene Partner, die aus unserer Sicht sehr fachkundig sind“, schildert Schulz.

Ob es zur Kooperation als Alternative zum Tierheim-Bau kommt, müssen die politischen Gremien entscheiden. Die ersten Signale sind positiv, die Samtgemeinde Lüchow hat sich bereits dafür ausgesprochen. Fest steht, dass mit dem Lüneburger Tierschutzverein als Träger des Tierheims über eine Kostenbeteiligung für eine bauliche Erweiterung gesprochen werden soll. Außerdem stellt Landrat Schulz in Aussicht, dass Geld für die laufende Versorgung von Tieren bereitgestellt werden soll. Ein Euro pro Einwohner für Tierschutz könnte in den Etat des Landkreises Lüchow-Dannenberg eingestellt werden, macht rund 50 000 Euro pro Jahr. Die gleiche Summe könnte dann noch einmal in den Etats der Samtgemeinden verankert sein, sodass rund 100 000 Euro fließen könnten.

Bisher erhält das Tierheim Lüneburg Zuschüsse pro Jahr von der Stadt Lüneburg in Höhe von 42 000 Euro, von den Gemeinden denselben Betrag sowie 22 000 Euro vom Landkreis, erklärt Frauke Noweck, Sprecherin des Landkreises Lüneburg.