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Kampf für gleiche Rente

lz Echem/Hannover: Die ungleichen Rentenansprüche von Frauen, die vor und nach 1992 ihre Kinder bekommen haben, machen Sabine Block wütend. Jetzt hat die Vorsitzende des LandFrauen-Kreisverbands Lüneburg 4600 gesammelte Unterschriften zum Thema „Gleiche Rentenpunkte für alle Frauen! Anerkennung der Erziehungsleistung von Müttern vor 1992!“ an den Deutschen Landfrauenverband (dlv) weitergereicht. Am Donnerstag, 5. September, sollen die Unterschriften an Dr. Annette Niederfranke, Staatssekretärin im Bundes-ministerium für Arbeit und Soziales, übergeben werden.

Gesammelt worden war im Kreisverband Lüneburg einerseits von den Mitgliedern der LandFrauenvereine, aber auch von vielen Interessierten, die sich aufgrund des LZ-Artikels im April zu dem Thema gemeldet hatten. Mehr als 1600 Unterschriften kamen auf diese Weise dazu. Sabine Block hat eine „große Betroffenheit“ festgestellt. „Viele wussten von dieser Unterscheidung nicht.“ Umso mehr hofft die 59-Jährige, „dass wir mit der Aktion eine Gleichstellung erreichen.“

Daniela Ruhe vom dlv hat bisher 70 000 Unterschriften ausgezählt – es könnten noch mehr dazukommen. Besonders Ende Juli habe es eine hohe Resonanz gegeben, berichtet sie. Das Resultat sei jetzt schon „außerordentlich gut“. Wie viele Unterschriften aus dem Niedersächsischen Landfrauenverband (NLV) kamen, kann sie zwar nicht sagen, aber sie lobt: „Alle Landesverbände haben sich toll beteiligt – und Niedersachsen war stark.“

Ruhe wünscht sich von der Aktion zweierlei. Einerseits die völlige Gleichstellung aller Frauen: „Zwar ist mittlerweile die Bereitschaft signalisiert worden, dass Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, einen Rentenpunkt mehr erhalten sollen, aber das ist uns noch zu wenig.“ Andererseits hofft sie, so „Aufmerksamkeit auf das Thema Altersarmut von Frauen zu lenken“.

Hintergrund der Aktion sind die ungleichen Rentenansprüche von Frauen, die vor und nach 1992 Kinder bekommen haben. Grund der ungleichen Rentenansprüche: Die sogenannten Erziehungszeiten, der Zeitraum nach der Geburt, in dem der Bund für Mütter die Zahlung der Rentenbeiträge übernimmt. „Bei Geburten bis einschließlich 31. Dezember 1991 wird die Kindererziehungszeit mit nur einem Jahr und nur einem Rentenpunkt angerechnet“, erklärt Sabine Block, „für Kinder, die danach geboren wurden, sind es drei Jahre und drei Rentenpunkte.“

Bei einem Gegenwert pro Rentenpunkt von aktuell 28,14 Euro Rente monatlich (alte Bundesländer seit 1. Juli) bedeutet das: Wer vor 1992 Mutter geworden ist, bekommt pro Kind monatlich rund 56 Euro und jährlich etwa 675 Euro weniger Rente als Frauen, die danach Kinder bekommen haben. Für Block und ihre Mitstreiterinnen eine schreiende Ungerechtigkeit. Mit ihren Unterschriften kämpfen sie dafür, dass sich das ändert.