Dienstag , 27. September 2016
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Schädling auf dem Rückzug – vorerst

lk Lüneburg. Weniger befallene Bäume und vor allem deutlich weniger Krankheitsfälle: Die erste umfassende Bekämpfungsaktion des Landkreises Lüneburg gegen den Eichenprozessionsspinner im Mai dieses Jahres war ein Erfolg. Zu diesem Schluss kamen Landkreis- und Gemeindevertreter jetzt bei einem Gespräch im Kreishaus. Klar ist aber auch: Die Aktion muss im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

„Überall dort, wo vom Hubschrauber oder vom Boden aus gezielt das Mittel Dimilin gesprüht wurde, ist der Befall durch den Eichenprozessionsspinner deutlich zurückgegangen“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer als Koordinator der Bekämpfungsaktion. Dr. Marion Wunderlich, Leiterin des Lüneburger Gesundheitsamtes, berichtet, dass in diesem Jahr deutlich weniger Krankheitsfälle im Zusammenhang mit dem Eichenprozessionsspinner gemeldet wurden als noch 2012: „Nach der Besprühungsaktion im Frühjahr sind die Meldungen im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent gesunken.“

Die mikroskopisch kleinen Brennhaare des Schädlings sind für den Menschen gefährlich, können zu allergischen Reaktionen, Haut- und Augenverletzungen führen. „Im vergangenen Jahr waren noch rund 70 Prozent der Erkrankten Kinder und Jugendliche“, so Dr. Wunderlich. „In diesem Jahr dagegen waren nur zwei Betroffene 18 Jahre oder jünger.“ Das liegt laut der Gesundheitsamtsleiterin auch daran, dass der Häutungshemmer Dimilin vielfach an befallenen Bäumen in der Nähe von Schulen und Kindergärten zum Einsatz kam. „Aus diesen Bereichen haben uns kaum noch Meldungen erreicht“, so Wunderlich. „Die meisten Erkrankten sind bei Waldspaziergängen oder beim Stapeln von Kaminholz mit den Brennhaaren der Raupen in Kontakt gekommen – also dort, wo kein Dimilin gesprüht wurde.“

Über mehrere Wochen hatte im Mai eine Fachfirma vom Boden aus den für Menschen ungefährlichen Häutungshemmer Dimilin gezielt auf einzelne in den Vorjahren befallene Bäume und Baumgruppen an viel befahrenen Wegen und Straßen sowie in der Nähe von Kindergärten und Schulen gesprüht. An zwei Tagen war zudem ein Hubschrauber im Landkreis unterwegs, um außerorts einzelne Baumgruppen in der Nähe von Straßen und Radwegen mit Dimilin zu besprühen. Ziel war es, die Larvenentwicklung der Eichenprozessionsspinner in einem bestimmten Stadium zu unterbinden, sodass die Tiere nicht die gefährlichen Brennhaare ausbilden konnten.

Für Landkreis, Hansestadt und Gemeinden steht fest, dass der Einsatz gegen den Schädling im kommenden Frühjahr wiederholt werden soll. „Einmaliges Besprühen mit Dimilin vertreibt die Raupen leider nicht für immer“, so Krumböhmer. „Wir müssen damit rechnen, dass die bekannten Stellen immer wieder vom Eichenprozessionsspinner befallen werden, wenn wir nichts unternehmen. Um die Gesundheitsgefahr einzudämmen, müssen wir daher voraussichtlich jedes Jahr wieder aktiv werden.“