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Die versperrte Umleitung

off Alt Garge. Seit vor einer Woche in Alt Garge die Bagger angerückt sind, ist Wilfriedt Schmidt nervös. Der 60-Jährige macht sich Sorgen um die Notfallversorgung – denn er wohnt in dem Teil des Dorfes, der seit Beginn der Straßensanierung und der Vollsperrung der Stiepelser Straße mit dem Auto nur noch über Umwege zu erreichen ist. Auf die Sekunde genau hat er ausgerechnet: „Die Feuerwehr, die bis zu uns eigentlich nur wenige 100 Meter fahren muss, braucht jetzt mindestens 16,5 Minuten.“ Zu lange für den Ernstfall, fürchtet Schmidt. „Dabei hätten wir dieses Problem nicht, wenn die Feuerwehr den Deichverteidigungsweg nutzen könnte.“

Doch der Weg ist auf halber Strecke mit Toren versperrt. Und das, obwohl er den Anwohnern sogar in einem Schreiben der zuständigen Baufirma Kalinowsky als Umleitung empfohlen wird. Wörtlich heißt es: „Nach Absprache mit der Stadt Bleckede wird jederzeit die Zufahrt zur K 22 (Hauptstraße) über die auf der Übersichtskarte markierten Straßen bzw. den Deichverteidigungsweg ermöglicht.“ Eine Falschinformation infolge eines Kommunikationsproblems, räumt Christian Krause vom Bleckeder Bauamt ein. „Und dafür habe ich mich Anfang der Woche bei den Anliegern bereits schriftlich entschuldigt“, erklärt er.

Grund für die teilweise Sperrung des Deichverteidigungsweges sind die Besitzverhältnisse. „Der gesperrte Teil gehört zwei Anliegern, die ihn im Rahmen der Grunddienstbarkeit nur für Maßnahmen zur Deichunterhaltung und Deichsicherheit öffnen müssen“, erklärt Krause. Im Notfall werde der Weg aber auch für Einsatzkräfte geöffnet, „nur für den Anliegerverkehr bleibt er versperrt.“ Und das heißt für Wilfriedt Schmidt und seine Nachbarn: Um zur Hauptstraße zu kommen, müssen sie zu Fuß gehen, das Rad nehmen – oder mit dem Auto über die Elbwiesen nach Alt Wendischthun fahren, dort auf die Kreisstraße abbiegen und zurückfahren nach Alt Garge. Ein Umweg von rund neun Kilometern. Zumindest noch.

Schon am Freitag, 6. September, könnte die Stiepelser Straße für Anwohner wieder frei sein, laut Bauleiter wird voraussichtlich am frühen Freitagnachmittag die Schottertragschicht aufgetragen. Anderthalb Wochen später soll dann die gesamte Baumaßnahme abgeschlossen, die Stiepelser Straße für rund 220 000 Euro grundsaniert sein.