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Was würde die Jugend wählen?

lkö Lüneburg. Rainer Brüderle hängt an der Wand im Klassenraum der 9e und grinst. Die Klasse der IGS hat überall Wahlplakate aufgehängt. Zwar dürfen die Schüler noch nicht an den Wahlen am 22. September teilnehmen, dafür aber an der U18 Wahl am Freitag, den 13. September. Organisiert wird die Wahl vom Stadtjugendring. Friedrich Laatz ist einer der Organisatoren: „Die U18 Wahl ist ein wichtiges Mittel, um Jugendliche an Politik heranzuführen.“ Sie sollen sich später mit 18 Jahren nicht „alleingelassen fühlen“, sondern sich schon vorher aktiv mit den Parteien und der Wahl auseinandersetzen.

Paul ist 14 Jahre alt und weiß schon, was er wählen wird: „Ich gucke oft Nachrichten, habe auch das TV-Duell gesehen. Da fand ich Steinbrück witziger und angriffslustiger.“ Auch die Grünen findet er gut. Er glaubt, dass viele Jugendliche das genauso sehen: „Weil die gute Ideen zum Umweltschutz haben und auch die Atomkraft abschaffen wollen.“ Es ist das erste Mal, dass es ein U18 Wahllokal in der IGS gibt. Politiklehrer Ludger Wessels erklärt: „Wir haben schon oft bei der Juniorwahl mitgemacht. Da hatten die Grünen tatsächlich immer eine Alleinregierung. Das ist vor allem interessant, weil es bei den Erwachsenen ganz anders aussieht.“ Anders als bei der Juniorwahl, bei der die Schüler in ihren Klassen, bis auf wenige Ausnahmen, geschlossen wählen, ist die U18 Wahl komplett freiwillig. Wählen kann am 13. September jeder unter 18 Jahren in folgenden Wahllokalen: Christiani- Oberschule, Johanneum, IGS Lüneburg, Jugendcafé Kreideberg und Familienbildungsbüro (Am Sande). Ludger Wessels bereitet seine Schüler schon intensiv auf die Wahl vor. Gerade sitzen die Schüler in Gruppen zusammen und analysieren Wahlplakate. Wessels findet es gut, die Schüler „von kleinauf“ ans Thema heranzuführen. Die U18 Wahl gefällt ihm besonders: „Weil die Schülervertretung die Wahl mitorganisiert und auch beim Auszählen hilft.“

Die 14-jährige Pia findet es gut, dass es Wahlen für Jugendliche gibt: „Da informiert man sich noch einmal extra. Ich würde niemals wählen, wenn ich keine Ahnung hätte.“ Sie wünscht sich, dass die Politiker mehr in Bildung investieren und auch mehr auf Jugendliche eingehen: „Die müssen in einer für uns verständlichen Sprache sprechen“, findet sie.

Am 10. September können alle interessierten Kinder und Jugendlichen um 18 Uhr ins Glockenhaus kommen. Dort werden die Kandidaten des Wahlkreises Lüneburg sich vorstellen und alle Fragen beantworten. „Das wird aber keine trockene Podiumsdiskussion“, verspricht Friedrich Laatz. Es soll Stuhlkreise geben, in denen sich die Jugendlichen direkt mit den Kandidaten unterhalten können, über die Redezeit wird abgestimmt, und auch die Themen dürfen die Schüler entscheiden. Sollten die Kandidaten zu viel „drumherum reden“, wird auf einen lauten Buzzer gedrückt. Am Ende wird gewählt, welcher Politiker die Jugendlichen am meisten überzeugt hat. Mehr Informationen zum Kandidatencheck und zur Wahl unter www.stadtjugendring-lueneburg.de/u18-wahl/