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Energiewende durch Bürgerbeteiligung

mm Lüneburg. Die Energiewende ist ein steiniger Weg – was ein niedriges Akzeptanzlevel für Windkrafträder in Sichtweite oder die Unwirtschaftlichkeit mancher energiepolitischer Projekte belegen. Politik braucht innovative Konzepte, die Wissenschaft kann helfen. „Wir wollen den gesellschaftlichen Veränderungsprozess mitgestalten.“ So eröffnete Thomas Schomerus, Professor für Öffentliches Recht, gestern das 2. Energieforum an der Leuphana. 250 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten die Energiewende. Unter den Teilnehmern war der Umweltminister und Chef der niedersächsischen Grünen, Stefan Wenzel. „Die Energiewende stellt einen gewaltigen Transformationsprozess dar“, sagte er zum Auftakt. Die Rückkopplung von Forschung und Politik sei hierfür von entscheidender Bedeutung.

„Es geht um ein Mehr an gesellschaftlicher Akzeptanz, damit die Energiewende gelingen kann“, erklärte Wenzel. Der Energierechtler Schomerus pflichtete ihm bei und ergänzte: „Beim Thema Windenergie sind die Fronten verhärtet. Es muss zu einem Ausgleich der Interessen kommen.“ Um den Netzausbau auf lokaler Ebene sozial verträglich zu gestalten, sei ein möglicher Weg die finanzielle Bürgerbeteiligung. Windanlagenbetreiber könnten ihre Nachbarn an den Umsätzen teilhaben lassen. Das Modell aus Dänemark würde in Mecklenburg-Vorpommern bereits diskutiert.

Außer Konzepten hin zur vermehrten Akzeptanz der Energiewende standen beim Forum auch solche zur landwirtschaftlichen Energieerzeugung und Optimierung von Speichertechniken im Vordergrund. „Im Moment ist das große Thema der Netzausbau. Aber in fünf bis zehn Jahren brauchen wir massiv neue Stromspeicher“, so Professor Schomerus. Auch Wärmenutzungskonzepte seien von zentraler Relevanz, da zurzeit noch um die 40 Prozent an Wärme, die zur Stromerzeugung genutzt werden könnten, verpufften.

Um die Energiewende auch auf lokaler und regionaler Ebene voranzutreiben, bedürfe es einer engeren Zusammenarbeit zwischen Bundesländern und Bundesregierung. Dazu sei eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes notwendig. Es gehe darum, einen grundsätzlichen Einspeisevorrang erneuerbarer Energien zu gewährleisten, als auch langfristig kalkulierbare Vergütungssätze, die Planungssicherheit für Energieunternehmen böten, zu verankern. „Wir wollen das Gesetz nach Europa tragen, um den Weg zu einem globalen Klimasystem zu ebnen“, sagt Umweltminister Wenzel. Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Energiewende müssten aber auf regionaler Ebene geschaffen werden.