Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Bekenntnis zum Standort

as Lüneburg. Das Lüneburger Unternehmen W. Marwitz Textilpflege GmbH mit Hauptsitz im Industriegebiet Hafen ist seit Jahren auf Wachstumskurs. Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, wurden jetzt 2,5 Millionen Euro in eine vollautomatische Sortieranlage investiert. Damit verbunden sind ein klares Bekenntnis zum Standort Lüneburg und die Perspektive zusätzlicher Arbeitsplätze.

W. Marwitz Textilpflege ist ein mittelständisches Familienunternehmen, das 1823 in Ratzeburg gegründet wurde. Es ist Spezialist für Mietberufskleidung, Mietwäsche und Mietfußmatten (inklusive Pflege und Service) und hat 2600 Kunden in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Am Hauptsitz im Industriegebiet Hafen wird unter anderem die Mietberufskleidung gepflegt, sprich gewaschen, geglättet und wieder zum Kunden gebracht. Dazu gab es bisher in zwei Hallen Anlagen, bei denen die Endsortierung manuell erfolgte. 7500 Teile Berufskleidung pro Tag pro Halle waren bisher das Maximum. „Da wir davon ausgehen, dass unsere Firma wächst, haben wir uns für die neue vollautomatische Sortieranlage in der einen Halle entschieden, mit der bis 12 000 Teile pro Tag möglich sind“, sagt Geschäftsführer Dirk Hischemöller. Gegenwärtig durchlaufen sie 8000 Teile.

Beim Rundgang entlang der neuen Anlage erläutert der Firmenchef die Technik: Nachdem die Berufskleidung gewaschen ist, wird sie über ein Förderband zum Vortrocknen geschoben. Anschließend hängen Mitarbeiterinnen die Teile an sogenannte Systembügel, die in einem Fördersystem hängen. Jeder dieser Bügel, insgesamt sind es 15 000, enthält einen Chip, der die Informationen eines Barcodes aufnimmt, mit dem jedes Kleidungsstück versehen ist. Der Barcode enthält alle Informationen zum Kunden, zum Bekleidungsstück und wie es behandelt werden muss. Der Chip im Bügel ist knapp gesagt eine Art technisches Gehirn, das die Bekleidungsstücke durch die Anlage dirigiert. Zum Beispiel, wenn es im nächsten Arbeitsschritt zu unterschiedlichen Trocknungen geht. „Bei der alten Anlage muss das noch manuell geschehen“, so Hischemöller. Danach werden alle Teile computergesteuert auf Mängel kontrolliert, Defektes geht in die Näherei zur Ausbesserung.

Am Fördersystem hängend, nehmen die Bügel nebst Ware dann noch unsortiert den Weg in die erste Etage der Halle, wo immer 580 Teile auf Stangen in Warteposition sind. Dank Chipsystem nimmt die Anlage dann wie von Zauberhand die Sortierung nach Firmen und Kunden vor – ein aufwändiger Arbeitsschritt, „der früher per Hand von unseren Mitarbeitern erledigt werden musste“. Anschließend wird die Ware verpackt und ausgeliefert.

Bevor das Unternehmen sich für die Millionen-Investition in Lüneburg entschied, habe man als Alternative den Bau eines neuen Werkes in Bremen erwogen, sagt Geschäftsführer Thomas Perczynski. Denn dort hat Marwitz als Mitglied im Verbund der DBL – Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH viele Kunden. Dass die Entscheidung dann doch zugunsten Lüneburgs lief, ist ein Bekenntnis zum Standort – auch aus Verbundenheit zum großen Kundenkreis aus Handwerk und Mittelstand vor Ort.

Ad acta gelegt wurden außerdem Überlegungen zu einem Zwei-Schicht-Betrieb. „Viele unserer Mitarbeiter sind Frauen, die Familie und Beruf vereinbaren müssen. Da wäre ein Zwei-Schicht-System nicht förderlich gewesen“, so die beiden Geschäftsführer, die auch betonen: Die neue Technik habe zwar die Arbeitsplätze verändert, sorge aber für keinen Stellenabbau. Ganz im Gegenteil, Marwitz setzt auch hier auf Wachstum.