Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Sänger liebt es mundfein

lkö Lüneburg. Ausgerechnet heute schwingen die Nachbarn den Presslufthammer. „Egal, wir bauen das mit ein. Dann brüllen wir halt ein bisschen“, entscheidet Alexandra Broschk. Barfuß steht sie in der kleinen Küche, gibt Kameramann Davide Castellana Anweisungen, nebenbei tippt sie Notizen in ihr Handy und unterhält sich mit den Darstellern vor der Kamera. Broschk ist Realisatorin für „Das Perfekte Dinner“, einer Kochsendung, die bei dem Privatsender Vox läuft. Die Küche, in der gerade gedreht wird, gehört zu Raphael Kufner. Der Sänger der Lüneburger Band Loifior ist heute dran mit dem Kochen. In der Fernsehsendung treten fünf Hobbyköche gegeneinander an, an jedem Wochentag kocht ein anderer. Aperitif, Vorspeise, Hauptgang und Dessert werden kredenzt und von den Gästen bewertet. Auch Tischdeko, Atmosphäre und Gastgeberqualitäten fließen in die Entscheidung mit ein. Die Skala reicht von 0 bis 10 Punkten. Der Koch mit den meisten Punkten gewinnt 1500 Euro.

Ums Gewinnen geht es Raphael Kufner nicht. „Aber es ist trotzdem eine ganz schöne He“rausforderung, für fünf Leute gleichzeitig zu kochen“, gibt er zu. Gerade zerteilt der Lüneburger einen Berg Fleisch. Ein Braten wahrscheinlich, das genaue Rezept darf nicht verraten werden. Kufner greift zur Salzmühle. „Das ist übrigens ganz besonderes Salz. Nordseesalz nämlich.“ Broschk hakt nach: „Und wie schmeckt Nordseesalz?“ Der Sänger überlegt kurz: „Mhm, salzig. Aber irgendwie anders.“ Einen Meter Luftlinie entfernt schnippelt sein Freund und Nachbar Tomek Ziolkowski gerade Möhren. „Niemand schneidet die so mundfein wie Tomek“, verkündet Kufner grinsend. „Oh, das ist ja Musik in meinen Ohren“, gibt Ziolkowski zurück. Die beiden Hutträger sind mit viel Humor bei den Kochvorbereitungen und bringen auch das Drehteam so manches Mal zum Schmunzeln.

„Wir kochen gerne mal zusammen, mit selbst gemachten Soßen und so. Aber meistens nichts so Abgefahrenes“, erzählt Ziolkowski. Es sei aber ganz anders, auf einmal von einem Drehteam beim Kochen beobachtet zu werden. Man sei viel nervöser und manchmal gelängen die Kochschritte nicht so, wie man sich es vorgestellt hat. Geübt haben die beiden schon vorher: Ihre Freunde durften das Menü bereits einmal probieren. „Unsere Kumpels fanden es super, haben uns aber auch ein paar gute Tipps gegeben“, berichtet Kufner. Er koche privat zwar gerne, aber nicht ganz so hochklassig wie die anderen Kandidaten. „Die haben Kochgeräte, da wusste ich nicht einmal, was das ist“, gibt der Sänger lachend zu. Kufner konnte vor allem durch seine Gastfreundschaft punkten. Auf das Drängen der anderen gab er auch am späten Abend noch ein Ständchen. Die Gruppe kannte sich vorher nicht: „Am Anfang war es schon ein bisschen komisch, aber es hat sich schnell zusammengefügt. Wir verstehen uns echt gut.“

Am Ende hat sich der Stress gelohnt: Alle Teller wurden leer. Kufner ist dankbar, dass er Ziolkowski an seiner Seite hatte: „Ohne Tomek wäre ich echt in der Küche ertrunken.“ Die Lüneburg-Woche wird vo“raussichtlich im November ausgestrahlt. Dann kann Raphael Kufner sich ganz entspannt zurücklehnen, ohne an Garzeiten, Soßenbinder und Tischdeko zu denken.