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Abschied und neue Ufer

off Bitter/Hitzacker. Fast zehn Jahre lang waren Lothar Jahnke und seine „kleine Zille“ unzertrennlich. Jetzt geht für Fährmann und Fähre die letzte gemeinsame Saison zu Ende. Noch bis Mitte Oktober wird Jahnke Fußgänger und Radler zwischen Bitter (Amt Neuhaus) und Hitzacker hin- und herfahren, „dann endet die Saison und ich gehe ich mit fast 74 Jahren endgültig in den Ruhestand“, sagt er. Ein Abschied, der in naher Zukunft auch der kleinen Personenfähre bevorstehen könnte, denn für die Fährverbindung Bitter/Hitzacker gibt es große Pläne: Eine Autofähre soll die „Elbe“ in naher Zukunft ersetzen.

Der Ausbau des Fähranlegers in Bitter hat bereits begonnen. Für insgesamt rund 280 000 Euro, davon 115 000 Euro Fördermittel der Europäischen Union, lässt die Stadt Hitzacker eine neue Anlegestelle errichten, „außerdem wird eine neue Zufahrt für Radfahrer gebaut“, sagt der zuständige Bauamtsleiter der Samtgemeinde Elbtalaue, Jens Hesebeck. Alle weiteren Bausteine des Projektes wie der Kauf einer Fähre und der Ausbau des Anlegers in Hitzacker liegen in der Hand von Peter Schneeberg – Eigentümer der Hafen Hitzacker GmbH und der Mann, der aus der kleinen Fachwerkstadt an der Elbe in den kommenden Jahren „Klein Nizza“ machen möchte.

Wie berichtet, plant der Unternehmer, der bereits Millionen in das Vier-Sterne-Hotel „Hafen Hitzacker“ gesteckt hat, den Bau eines neuen, modernen Yacht- und Sportboothafens direkt an der Spitze der Hitzackeraner Stadtinsel. Zusätzlich will er mit seiner Hafen Hitzacker GmbH auch in den Ausbau der Fährverbindung investieren. Angebote für ein neues Schiff mit Platz für zwei bis vier Autos hat sich Schneeberg bei Reedereien bereits eingeholt. Kosten: 1,5 bis 2 Millionen Euro. Bauzeit: 16 bis 18 Monate. „Sobald die Finanzierung steht, geht der Auftrag sofort raus“, sagt er. Doch noch fehlt ihm eine entscheidende Antwort aus Hannover, „dort haben wir eine Förderung für das Projekt beantragt“.

Nach bisherigen Planungen könnte eine neue Autofähre zwischen Bitter und Hitzacker frühestens 2015 starten. Ein Zeitpunkt, dem die Betreiber der Neu Darchauer Fähre „Tanja“ knapp 20 Kilometer stromabwärts völlig gelassen entgegenblicken. Auch sie haben von Schneebergs Plänen bereits gehört, Sorgen, dadurch Kunden zu verlieren, haben sie allerdings nicht. „Dafür wäre die Fähre mit gerade mal vier Autoplätzen viel zu klein“, sagt Betriebsleiter Erwin Kruse, „außerdem haben wir die bessere Anbindung ins Hinterland.“

Bis Ende des Jahres soll in Bitter der Fähranleger fertiggestellt sein, mindestens eine Saison lang wird voraussichtlich noch die Personenfähre „Elbe“ anlegen. Steuern wird die ab dem kommenden Jahr ein anderer Fährmann – denn für Lothar Jahnke steht fest: „In rund einem Monat ist Schluss.“