Aktuell
Home | Lokales | „Kläranlagen machen glücklich“
3551082.jpg

„Kläranlagen machen glücklich“

as Lüneburg. Gradlinigkeit, Verlässlichkeit und erfolgreiches Agieren für die Stadt, das zeichne Günter Hauschildt aus, machte die Politik jüngst im Wirtschaftsausschuss deutlich. Deshalb möchte man eigentlich auf den langjährigen Geschäftsführer der Abwasser, Grün Lüneburger Service GmbH ungern verzichten. Das hat Günter Hauschildt zwar mit seiner verhaltenen Art gerne zur Kenntnis genommen, doch mit fast 67 Jahren ist es Zeit, in den Ruhestand zu gehen. Am heutigen Freitag wird er offiziell verabschiedet und übergibt die Geschäfte an seinen Nachfolger Lars Strehse.

40 Jahre war Hauschildt im Dienst der Stadt, hat in dieser Zeit Kläranlage und Abwasserbetrieb zu einem Service-Unternehmen an der Bockelmannstraße mit ausgebaut, das für Abwasserreinigung, Kanalbau- und -unterhaltung sowie Straßenreinigung und Stadtgrün zuständig ist. Dass die Abläufe rund ums Klären von Wasser mit all der Technik und den Bauwerken zu seinem Fachgebiet werden könnte, hätte Hauschildt nie gedacht. „Aber Kläranlagen machen glücklich“ zitiert er einen Buchtitel als Resumee der vergangenen Jahre.

Nach der Schule hatte Hauschildt, der im Alten Land geboren ist, erst einmal eine Lehre als Maurer gemacht, schloss daran ein Studium Bauingenieurwesen an. Nach der Bundeswehr war er für eine Stahlbetonfirma in Hamburg tätig. Die Liebe führte ihn schließlich nach Lüneburg, beruflich ankerte er 1973 bei der Stadt im Tiefbauamt – obwohl er eigentlich „nie in den öffentlichen Dienst gehen wollte“. Den Einstieg beim Tiefbauamt habe er aber nie bereut. Denn unter dem damaligen Leiter Stöckicht habe er selbstständig arbeiten dürfen, und der Ausbau des Hafens am Elbe-Seitenkanal bot interessante Aufgaben.

Auch mit Abwasser habe er eigentlich nie was am Hut gehabt, „doch als 1975 die Kläranlage gebaut wurde, hat mich der Bau interessiert“. Er wurde Bauleiter. In vielen Schritten war er am Ausbau beteiligt, Millionen wurden investiert zum Beispiel zur Reduzierung von Stickstoff und Phosphor. Mit der Gründung der AGL, einer 100-prozentigen Tochter der Stadt, übernahm Hauschildt erst den Posten des technischen Betriebsleiters, im Jahre 2000 wurde er Geschäftsführer. Ein Chef, der sagt: „Ohne ein gutes Team geht nichts“, der aber auch für ein klares Wort steht. Streitfreudigkeit zählt zudem zu seinen Eigenschaften – und die zahlte sich für die Stadt aus, als das Gericht in Sachen Abwasserabgaben seiner Argumentation folgte. „Das sparte dem Gebührenzahler eine Menge ein“, freut er sich.

Heute sind am Standort an der Bockelmannstraße 150 Mitarbeiter für Abwasserreinigung, Kanalbetrieb und Betriebshof im Einsatz. Hauschildt, der die Geschäftsführung die letzten vier Jahre mit Kämmerin Gabriele Lukoschek inne hatte, hinterlässt ein gut bestelltes Feld, von dem auch die Jahresabschlüsse der Gesellschaft zeugen. Seinem Nachfolger Lars Strehse hat er im Crash-Kursus in den vergangenen zwei Wochen alle wichtigen Infos übergeben. Und da Hauschildt auch sein politisches Engagement für die CDU im Adendorfer Rat beendet hat, „da sind nun mal die Jüngeren dran“, bleibt künftig Zeit für all das, wofür bislang wenig Zeit blieb. „Ich will mich verstärkt um meine sieben Enkelkinder kümmern, denen kann ich noch eine Menge in der Natur zeigen.“ Zudem kommt der neue Hund für die Jagd, und er freut sich darauf, ein gutes Buch lesen zu können – vielleicht „Kläranlagen machen glücklich“.