Donnerstag , 29. September 2016
Aktuell
Home | Lokales | Verdächtiger sitzt in Psychiatrie
3561057.JPG

Verdächtiger sitzt in Psychiatrie

ca Bütlingen. Einen Tatverdächtigen hat die Polizei am Sonnabend in Bütlingen festgenommen. Doch in dem kleinen Ort fragen sich viele: War es der 17-Jährige allein, der sieben Brände gelegt haben soll, oder hatte er Komplizen? Die Polizei schweigt in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft in Lüneburg zu dieser wie zu vielen weiteren Fragen. Doch zu dieser Theorie passt die Presseerklärung der zuständigen Polizei in Buchholz, in der heißt es: „Die Ermittlungen gehen mit unvermindertem Personaleinsatz weiter. Zu Befragungen in der Bevölkerung wird die Polizei auch in den nächsten Tagen noch verstärkt in der Elbmarsch präsent sein.“

So viel steht laut Polizeisprecher Jan Krüger fest: Ermittler haben einen Jugendlichen festgenommen, der wurde am Sonntag im Lüneburger Amtsgericht einem Haftrichter vorgeführt. Der erließ wegen einer Tat Untersuchungshaftbefehl. Aufgrund des psychischen Zustands des Verdächtigen kam dieser in die Psychiatrie, dem Vernehmen nach in Lüneburg.

Verschiedene Hinweise von Bürgern und Spuren an den Tatorten hätten die 27-köpfige Sonderkommission zu dem Beschuldigten geführt, sagte Krüger. Weiter ins Detail gehen wollte er nicht.

Nach LZ-Informationen soll der junge Mann eine Tat eingeräumt, die anderen sechs aber bestritten haben, die sich seit dem 2. September ereigneten. Wie berichtet, brannten unter anderem Strohballen, vor allem aber in Bütlingen zwei Reetdachhäuser und in Marschacht ein Einfamilienhaus. Zeugen hatten in der Nähe der Brandorte Jugendliche beobachtet, die davongelaufen waren. So soll es auch gewesen sein, als das erste Reetdachhaus in Bütlingen brannte. Man habe ein „Puzzle zusammengefügt“, sagte ein Ermittler, um am Ende auf den Jugendlichen zu kommen. Er sei zu Hause festgenommen und nicht auf frischer Tat ertappt worden.

Offiziell schweigt die Polizei zum Motiv des mutmaßlichen Brandstifters. Aber auch intern scheint man noch keine Erklärung gefunden zu haben. Ein äußerer Anlass, der die Feuerserie erklären könnte, sei noch nicht ausgemacht worden, war aus Polizeikreisen zu erfahren.

Der junge Mann soll zumindest Beziehungen zur Feuerwehr gehabt haben. Darüber war in Reihen der Brandbekämpfer schon länger gemunkelt worden. Doch die Polizei sagt dazu: „Kein Kommentar.“

Staatsanwaltschaft und Polizei sollen eine Pressekonferenz planen, bei der Fragen beantwortet werden könnten. Noch ist nicht klar, wann das sein wird.