Aktuell
Home | Lokales | Seelsorge für die Feuerwehr
3563865.jpg

Seelsorge für die Feuerwehr

ca Bütlingen. Die Ermittlungen laufen weiter, noch sind für die Polizei nach der Festnahme eines 17-Jährigen nicht alle Fragen der Brandserie von Bütlingen geklärt. Beamte leuchten das Umfeld des Jugendlichen aus, gegen den das Amtsgericht Lüneburg einen Untersuchungshaftbefehl erlassen hat. Der Bütlinger soll für zumindest eine Tat verantwortlich sein, die er bei einer Vernehmung auch eingeräumt haben soll.

Wie berichtet, kam es binnen zehn Tagen zu sieben Brandstiftungen, unter anderem standen drei Häuser in Bütlingen und Marschacht in Flammen. Bei mindestens einem Feuer soll der Verdächtige mitgelöscht haben.

Die 400 Feuerwehrleute in der Elbmarsch sind geschockt, denn der Täter hat sich in der Bütlinger Ortswehr engagiert. Sprecher Lutz Wreide (FOTO: nh) sagt: „Es ist ein Schlag ins Gesicht der freiwilligen Feuerwehren. Wir wollen den Verdächtigen nicht verteufeln, wenn er denn die Brände gelegt hat. Aber so jemanden dulden wir nicht in unseren Reihen.“ Wreide, der den Beschuldigten nicht persönlich kennt, sagt aber, er habe von Kollegen aus Bütlingen gehört, dass der junge Mann „unauffällig und nett sein soll“.

In Bütlingen sprechen die Brandbekämpfer mit einem Notfallseelsorger, um das Geschehen zu verarbeiten. Wreide sagt: „Dieses Angebot können auch andere Feuerwehren in der Elbmarsch nutzen.“

Derzeit ist der Verdächtige aufgrund seiner Situation in der Psychiatrischen Klinik in Lüneburg untergebracht. Sollte er nach Gutachten und Gerichtsverhandlung als seelisch krank und gefährlich eingestuft werden, kann er nach Auskunft eines Psychiaters aber nicht am Wienebüttler Weg behandelt werden. Entsprechende Kliniken mit forensischen Abteilungen für Kinder und Jugendliche gebe es etwa in Südniedersachsen in Moringen oder im pfälzischen Klingenmünster/Landau.

Polizeisprecher Jan Krüger und sein Kollege von der Feuerwehr waren in den vergangenen Tagen extrem gefragt. Obwohl er bis auf eine Stunde für eine Besprechung durchgehend telefoniert habe, habe er allein am Montag auf seinem Handy 96 entgangene Anrufe gehabt, sagt Krüger: Fernseh- und Radiosender sowie Zeitungen hätten Auskunft verlangt. Bei Lutz Wreide sah es nicht anders aus. Nun hoffen sie, dass wieder etwas Ruhe einkehrt.