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Elbmarsch will wachsen

pet Marschacht. Wie soll sich die Samtgemeinde Elbmarsch mit ihren zurzeit knapp 12 000 Einwohnern in den etwa gleich großen Teilgemeinden Tespe, Marschacht und Drage in Zukunft entwickeln? Zu einer Grundsatzdiskussion darüber wurde die Sitzung des Ratsausschusses für Bauen, Planung, Umwelt und Energie am Dienstagabend im Rathaus. Auslöser ist das Anliegen der Gemeinde Drage, den Flächennutzungsplan für drei Flächen südlich von Edeka-Markt und Sporthalle zu ändern und die Areale als Wohnbauflächen auszuweisen.

Alle Ausschussmitglieder waren sich einig, für fünf weitere, allesamt kleine Flächen, in Zukunft Wohnbebauung zuzulassen. Unterschiedliche Meinungen gab es zu zwei Flächen von je 30 000 Quadratmetern, die Platz für insgesamt rund 60 Baugrundstücke bieten (Flächen 4 und 6), sowie ein Grundstück von 8000 Quadratmetern mit Platz für knapp zehn Wohnhäuser (Fläche 5). Die drei Flächen liegen zwischen Krümser Straße und Im Siek.

Für die SPD erklärten unter anderem Uwe Harden, Norbert Kloodt und Klaus Stöhr ihre Zustimmung. Für die SPD sei es vor allem wichtig, „dass die in den vergangenen Jahren geschaffene Infrastruktur mit Schulen, Kindergärten, ausgedehnten Kinderbetreuungszeiten, Einkaufsmöglichkeiten und einer verbesserten Bustaktung erhalten bleibt“, erklärte Kloodt. Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung werde in den nächsten Jahren rasant ansteigen, der Anteil von Kindern rapide sinken.

Kritik an den Planungen kam von der Gruppe Grüne/Piraten/Freie Wähler. Allein in Drage habe man doch noch Platz „für 30 Häuser in petto“, erklärte Ulf Riek (Freie Wähler). Man wolle nicht, dass Drage im gleichen Tempo weiterwachse wie zuletzt, erklärte Dörte Land (Grüne). In den letzten Jahrzehnten habe sich die Einwohnerzahl von 2000 auf 4000 verdoppelt. Und gegen sinkende Kinderzahlen „kann man nicht gegenan bauen“, sagte Riek. Mit dem Baugebiet „Untere Osterstücke“ in Tespe bietet die Samtgemeinde Elbmarsch in Tespe ein großes Baugebiet an. Der Verkauf laufe „stetig“, erklärte Bürgermeister Rolf Roth.

Den Vorschlag „Wachstum ja, aber kontrolliert“ brachte Karl-Heinz Kornberger (CDU) ins Spiel. „Natürlich möchten wir nicht, dass sich nichts entwickelt“, sagte er, schlug eine zeitliche Staffelung für die Umwandlung der drei Flächen in Bauland vor. „So können wir vielleicht zu einem Kompromiss kommen.“

Auf einen solchen Kompromiss und die Einleitung der „frühzeitigen Bürgerbeteiligung“ konnten sich schließlich SPD und CDU einigen – für die Fläche 5 an der Krümser Straße soll eine Bebauung kurzfristig möglich gemacht werden, für die Fläche 6 (Im Siek, südlicher Bereich) bis 2018, für die Fläche 4 (Im Siek, nördlicher Bereich) bis 2023. Die Gruppe Grüne/Freie Wähler/Piraten stimmte dagegen. Die zeitliche Staffelung könne in der Begründung der Änderung des Flächennutzungsplans festgeschrieben werden, erklärte Bauamtsleiter Uwe Luhmann.